Mittwoch, 29. Januar 2014

In Memoriam: Pete Seeger




Ich traure um Pete Seeger. Das war meine Hymne!

Dazu auch Vallis-Blog


1 Satz zur Demokratie

Wenn man Demokratie - hergeleitet vom antiken Griechenland -  immer als Mehrheitswille der Bevölkerung ansieht und darstellt, ist das falsch, weil im alten Griechenland nur bestimmte Bevölkerungsgruppen überhaupt an der Demokratie teilhaben durften und eine große Zahl davon ausgeschlossen war (durchaus die Mehrheit).

Rassismus nenne ich das

Ich bin in Deutschland eingetreten mit vielen großen Graupen im Kopf. Ich war gut ausgebildet, hatt Mumm in den Knochen ... Was blieb? Nichts davon! Keine Demokratie, keine Freiheit - nur Anpassung und völlige Unterordnung an andere Umstände und - Konsum. Konsum. Das war mir nie besonders wichtig. Dass ich in diesem Land auf der Arbeit nun meine Meinung nicht mehr sagen konnte, wird nicht dadurch kompensiert, dass ich sie hier äußern kann. Wem interessiert es schon, wenn ich auf der Straße sage, dass Merkel doof ist. Absolut niemanden!

Aber Vorwort beiseite. In den Jahren, wo ich in den nun größeren Deutschland lebe, erlebe ich eins: den Absturz der Demokratie, den Absturz der Meinungsfreiheit, den Absturz der Demonstrationsfreiheit, den Absturz der Streikfreiheit, den Absturz der Menschen in prekäre Beschäftigung und Armut.

Ich erlebe, dass Mensch gegen Mensch gehetzt wird.

Das ist nicht mein Land.

Dieses Land hat nur noch eine Klasse von Mensch: die Besitzenden und deren Handlanger. Alle anderen sind nur so lange interessant, wie sie Knete für die Besitzenden und deren Handlanger heranschaffen. Dabei wird den Arbeitenden selbst nicht einmal soviel Einkommen zugestanden, wie sie verdienen, wie die Arbeitsproduktivität es ihnen zugestehen würde. 

Damit wir anderen nicht aufmucken, werden wir schlafend gehalten und Themen gesetzt, die uns gegeneinander aufhetzen. Und wir lassen uns genüsslich gegeneinander aufhetzen. 

Jetzt sind die Alten wieder einmal dran. Ist eigentlich ein Dauerbrenner. Diese alten Penner, nicht arbeiten und Geld wollen! Wollen? Jeder hat in die Rentenversicherung eingezahlt. Rente ist keine Wohltat!

 N-TV beginnt seine Nachrichten damit, dass zwei Babys gezeigt werden und uns erzählt wird, dass diese nun die Schulden für die Alten, die so übermäßig raffgierig (raffgierig: meine Auslegung) sind, zu zahlen hätten. Und warum? Weil nun die Rente mit 63 käme - ohne Abschläge. 

Das nenne ich Altersrassismus. Unterschwellig wird damit gesagt, dass derjenige, der nicht arbeitet, auch nichts erhalten soll, vielleicht gerade mal noch soviel, damit er nicht gleich stirbt. 

Dieser Beitrag war Rassismus vom Feinsten. 

Mal ganz davon abgesehen, dass die Rente mit 63 ohne Abschläge nicht kommt. 45 Arbeitsjahre (auch mit Arbeitslosigkeit) sind schwer erreichbar, besonders von Frauen. Lebensleistungsrente soll das Ding heißen. Es werden also nicht allzusehr viele sein, die mit 63 Rente ohne Abschlag bekommen. Außerdem haben diese Menschen 45 Jahre in die Rentenversicherung eingezahlt, auch als Arbeitslose. Dann wird verschwiegen, dass auch diese angebliche Wohltat nicht generell gilt, sondern auch diese abschlagsfreie Form der Rente altersmäßig steigt. 

Was ist nun mit den anderen Menschen. Haben die keine Lebensleistung vollbracht. Haben die nicht die Taschen der Kapitalisten gefüllt? Haben die nicht in die Rentenversicherung eingezahlt? Sind die Asche? Sollen die weiter auf H4 darben oder gezwungen werden mit Wahnsinnsabschlägen in Rente zu gehen? Sind ja nur noch Schrott oder so.

Das Thema Schulden für die junge Generation wird immer wieder dabei hochgekocht. Schulden. Lieschen Müller weiß, dass man keine Schulden machen sollte, obwohl sie auch laufend welche macht: das Eigenheim, das Auto, der Kauf bei Versandhäusern, bei Saturn und in Möbelläden u.a. Aber Schulden ... nein, soviel macht man nicht.

Was davon zu halten ist, können und haben andere Blogs viel besser erklärt, als ich das je könnte. Sie haben den nötigen Finanzsachverstand dafür.

Die nächsten Sätze der "Nachrichten"sendung von n-tv war gleich sehr widersprüchlich. Merken die das nicht? Oder unterstellen sie uns allen, dass wir nur noch dämlich sind? Da wird darüber schwadroniert, dass nun Unternehmen mit ihren Arbeitnehmern von 61 die Kündigung auskungeln, damit sie ohne Abschläge mit 63 in Rente gehen können. Die Moderatoren vergessen dabei auf die 45 Beitragsjahre hinzuweisen. 

Aber wird nicht auch dabei vergessen, dass die Alten unbedingt benötigt werden, nach Lesart der Medien und Unternehmen? Die suchen doch dringend Fachkräfte! Wieso sollten Unternehmen freiwillig ihre Fachkräfte dazu nötigen mit 61 aus dem Unternehmen zu scheiden? Sie brauchen sie doch? Oder?

Wieder mal beim Lügen erwischt - bei der Mär vom Fachkräftemangel. Nicht mal die Konzernmedien glauben daran.

Das ist nicht mein Land. 

Dort wo alles geldwert ausgedrückt wird, kann man nicht in Frieden leben.

Was soll man von diesem Land halten?

Das lügt wie gedruckt und stellt die Lügen als alternativlos dar.
Wenn man zu einem Nazi "Nazi" sagt, wird man vor Gericht gestellt.
Wenn man Widerstand gegen Naziaufmärsche leistet, wird man angeklagt.
Wenn man gegen Willkür des Staates demonstriert, wird man zusammengeknüppelt.
Wenn man den Ausnahmezustand ausrufen will, dann wird ein Tatzustand erlogen.
Wenn man hierher flüchtet, weil man besser leben will, wird man kriminalisiert als Schmarotzer, der nur Geld einkassieren will.
Wenn man alt ist, wird man als nutzlos deklariert.
Wenn man jung ist, als zu doof für eine Ausbildung.

Was ist das für ein Land?

Wenn Menschen, die aus anderen Ländern hierher gekommen sind, jahrzehntelang hier schon leben und nun im Alter (64 und über 70) zu Deutschlehrgängen gezwungen werden mit der angedrohten Bestrafung, dass man bei Verweigerung die Mindestsicherung sanktioniert?

Was ist das für ein Land?

Wo ist hier die Achtung vor dem Menschsein? 

Deutschland hat schon lange den Pfad der Humanität verlassen. Ich verachte dieses Deutschland, das sich wie ein Koofmich aufführt und alle Welt von seiner angeblichen Genialität überzeugen will, wenn nicht mit Worten, dann auch gern mit Gewalt. Deutschland hat schon zweimal den Kürzeren bei seinen Allüren gezogen.

Was ist das für ein Land? Nicht meins!







Donnerstag, 23. Januar 2014

Wann wird die Bevölkerung es begreifen?


Ich glaube erst, wenn ihnen der Hintern im Winter wegfriert, weil sie nichts mehr haben, wovon sie irgendetwas für ihr Leben bezahlen können. Dann werden sie vielleicht - aber auch nur vielleicht - ihre wahren Feinde erkennen.

Eine Bevölkerung, alle eingeschlossen, wovon 10% das "Dschungelcamp" schauen und sich weitere 7 Millionen vom "Bergdoktor" verwöhnen lassen, was soll man von ihr halten? Werden sie überhaupt irgend wann mal in ihrem Leben noch aufwachen?

Ich las im Nachrichtenspiegel einen Bericht über den Eifelphilosophen, der gut ausgebildet, viel gearbeitet und erfolgreich gearbeitet hat und krank wurde und wie ihn dann von der offiziellen Gesellschaft mitgespielt wird. 

Der gefühlte Mittelstand meint immer, dass ihm nie passieren könne, dass er HartzIV beziehen müsse. Schließlich sei er zig Jahre in einem Unternehmen beschäftigt, was ihn wie Familie vorkommt. Ich kenne solch ein Gefasel von einer ehemaligen Kollegin, deren Junge bei Siemens arbeitete. Sie soll das mal den Gefeuerten von Siemens erzählen. 

Akademiker arbeiten vielfach im Niedriglohnbereich lauteten die kürzlichen Schlagzeilen in den Medien.

Lesen das und verarbeiten das auch alle? Wenn ja, dann dürften diejenigen doch wohl langsam stiller werden, die Niedriglöhner mit Ungelernten oder Niedrigqualifizierten in Verbindung bringen.

Uns sollen Fachkräfte fehlen, wird immer wieder verbreitet. Im nächsten Satz erzählen die Medien davon, dass Unternehmen immer weniger Akademiker einstellen. Nun, was ist. Gilt das eine oder das andere? Beide Meldungen schließen einander aus.

Hört die Bevölkerung zu? Das wäre wohl zuviel verlangt. Schließlich muss der nächste Ekelprüfung der Dschungelcamper entgegengefiebert werden. Was ist wichtiger als das?

Unser Leben? Wen interessiert das schon. Nicht mal uns selbst. Wir ergehen uns lieber in der Scheinwelt eines Bergdoktors, damit wir die Ärzte, mit denen wir selbst zu tun haben, vergessen können.

Ich zitiere aus dem Artikel:



Während ich noch Arbeitslosengeld 1 bezog und mich um neue Arbeit bemühte (was mit dem Rücken wirklich “mühsam”war), bekam ich die erste Post von der ARGE: ein Stellenangebot im Außendienst. Das ich gerade frisch gekündigt war, weil ich Außendienst nicht mehr leisten konnte, spielte keine Rolle: sollte ja auch nur halbtags sein – für eine Versicherung, die meine Kontakte zu Ärzten nutzen wollte. “Halbtags” bezog sich auf die Bezahlung: vier Tage Arbeit die Woche, zwei davon wurden bezahlt. So was ging im Jahre 2006. Man drohte mir auch mit der Streichung aller Leistungen … die ich noch gar nicht erhielt. Weiterlesen bitte dort!




Ich habe ähnliche Erfahrungen gemacht. Als chronische Schmerzpatientin wurde ich auch zum Medizinischen Dienst geschickt. Er war Orthopäde und nicht qualifiziert für chronische Schmerzen. Zuerst verwechselte er mich mit einer Krebspatientin und fragte mich, ob ich die Brustoperation (Orthopäde!) gut überstanden hätte. So wächst natürlich ein Vertrauensverhältnis zum Arzt. Dann tat er mir während der Untersuchung weh und als ich "aua" sagte, fuhr er mir über den Mund, dass ich mich nicht so haben solle, schließlich wolle ich etwas von ihm. Auch als ich ihm begreiflich machen wollte, dass ich nicht wegen irgend etwas Orthopädischem zu ihm gekommen wäre, stieß ich auf taube Ohren. Er habe seinen Fragebogen, den müsse er ausfüllen. In einer Wartepause bin ich gegangen und habe mich schriftlich über den Arzt beschwert. Die üblichen 30% sind herausgekommen.

Auf meinem Arbeitsplatz war ich mehrjährigem Mobbing ausgesetzt. Mobbing weil ich aus dem Osten kam, Quereinsteigerin war (also keine Bankkauffrau aber mit Studienabschluss), keine Markenklamotten trug und nicht badisch, schwäbisch oder pfälzisch sprach. Kunden lehnten Gespräche mit mir ab, weil sie generell nichts mit Ostlern zu tun haben wollten. Mobbing macht eine Krankheit, die man hat, schlimmer. Ich wurde geschnitten, bekam keine Informationen mehr, saß allein im Zimmer fast ohne Kontakte. Es war Chefmobbing vom Feinsten.
 
Als mein Arbeitsplatz wegen Umstrukturierung wegfiel und die Tochtergesellschaft der Tochtergesellschaft wieder in die ursprüngliche Tochtergesellschaft einer namhaften Bank eingegliedert wurde, habe ich mich für das Gehen entschlossen mit entsprechender Abfindung. Nach mehrjährigem Mobbing und immer größeren Schmerzen, war ich froh, die Segel streichen zu können. Nur, die Bank entlässt nicht, sondern man muss einen einen Aufhebungsvertrag unterschreiben. Aufhebungsvertrag bedeutet, dass man eine vierteljährliche Sperre beim Arbeitslosengeld 1 hat. Glücklicherweise (bzw. bewusst) hatte ich mein Mobbing gegenüber einem Geschäftsführer und der Betriebsärztin öffentlich gemacht. Nur so konnte ich die Sperre abwenden.

Die 1 1/2 jährige Zeit Arbeitslosengeld 1 waren geprägt von einer netten Zusammenarbeit mit der Sachbearbeiterin, die einsah, dass ich nicht mehr vermittelbar sei. Ich musste keine Bewerbungen schreiben und bekam keine Schreiben zugeschickt. Aller Vierteljahre musste ich mich nur vorstellen. 

Mein Glück war, dass ich zur richtigen Zeit geboren worden war und schon mit 60 - zwar mit sehr vielen Abschlägen - in Rente gehen konnte. Mir fehlte nach der Zeit mit Arbeitslosengeld 1 nur ein halbes Jahr bis ich Rente bekommen konnte. Für das halbe Jahr war die Abfindung da. Ich habe  keinen Hartz-IV-Antrag ausgefüllt Ich bekam keine Leistungen mehr, musste aber noch aller Vierteljahre zum Jobcenter. 

Nun drehte meine ach so nette Sachbearbeiterin auf. Ein halbes Jahr vor der Rente (es war Wahljahr) sollte ich doch wirklich zu einem Lehrgang. Man wollte mich für den Arbeitsmarkt fit machen, mich aktivieren. Ich sah die Sachbearbeiterin mit großen Augen an, machte den Mund auf und zu, dann - ich konnte nicht anders - habe ich gelacht, gelacht, gelacht. Ich konnte mich nicht mehr beruhigen. Ich habe ihr gesagt, dass ich sie sehr bedauere, weil ihr Job von ihr verlange, dass sie sich vor mir zum Affen machen müsse. Dann fragte ich sie, ob ich vielleicht den Maßnahmeträger selbst etwas am PC lehren könne, da ich in dieser Beziehung fit sei. Ich habe sie gefragt, womit sie mich den strafen wolle, da ich überhaupt keine Leistungen beziehen würde. Sie würde es der Rentenstelle melden, meinte sie dann. Ich konnte vor Lachen nicht mehr und machte sie darauf aufmerksam, dass ein paar Cent mehr oder weniger Rente es wohl nicht ausmachten. Bei der Rentenstelle erfuhr ich dann, dass die das gar nicht interessiert hätte. 

Ich stand auf, ging und beschwerte mich bei der Leitung der Arbeitsagentur über das Ansinnen, dass Steuergelder für mich verschwendet werden, wo ich doch in Rente gehen würde, wie auch die Sachbearbeiterin wüsste. Meiner Beschwerde wurde dann stattgegeben.

Nur, ich hatte alle Karten auf meiner Seite. Ich saß in diesem Fall am längeren Hebel. Ich stand kurz vor der Rente. Ich dachte mir: Was machen diejenigen, die in einer nicht so komfortablen Situation sind? Welche Chance haben die, gegen eine sogenannten Aktivierungsmaßnahme vorzugehen? Ist es nicht überhaupt eine Frechheit Aktivierungsmaßnahmen anzubieten? Es wird sicherlich den einen oder anderen geben, der so etwas benötigt, aber sicherlich müsste auf diese Menschen individuell eingegangen werden und nicht mit so einer 0-8-15-Maßnahme.  Wieso werden Maßnahmeträgern einfach so Steuergelder hinterhergeschmissen. Meine Steuergelder!

Die Mehrheit der arbeitslosen Menschen will doch aus der Almosensituation herauskommen. Sie wollen ihr eigenes Leben führen, so wie sie es führen möchten. Sie wollen, dass ihre Berufsabschlüsse nicht entwertet werden. Sie wollen als Fachkräfte - die man doch angeblich so händeringend sucht - anerkannt werden. Sie sind in der Mehrzahl Fachkräfte!

Oft sind es studierte Leute, Leute mit Facharbeiterausbildung, qualifizierte Menschen meist, die unterqualifizierte Tätigkeiten verrichten müssen. Es ist für die Volkswirtschaft verschenktes Potenzial.

Deutschland verschenkt qualifiziertes Potenzial ihrer Menschen, einfach so, wie auch Deutschland Waren einfach so verschenkt und sich über Beides freut: ein wachsender Niedrigstlohnsektor (der beste von Europa) und einen exorbitanten Exportübeschuss. Auch die 8,50 Mindestlohn bedeuten nichts und bringen keine Wirtschaftskraft im Inneren, weil die Millionen von Minijobber immer noch viel zu wenig verdienen. Und gute Vollzeitstellen wird es immer weniger geben.

Aber wir schauen denn doch lieber uns die Kakerlaken an, die im Dschungelcamp gegessen werden müsse. (ohne Gewähr. Ich weiß nicht, ob die so etwas wirklich machen müssen, da ich das Dschungelcamp nicht sehe)

Ein Prozent der Bevölkerung verfügt über fast die Hälfte des weltweiten Reichtums. Dieses eine Prozent verfügt über 110 Billionen US-Dollar. Das ist 65-mal so viel, wie die ärmere Hälfte der Weltbevölkerung hat.

Wann werden wir das begreifen?








Montag, 20. Januar 2014

1 Satz zu von der Leyen

Die Bundeswehr ein Allerweltskonzern in Konkurrenz zu Unilever, Telekom, Bosch oder Würth mit der Sonderabteilung: Wie töte ich Menschen und zerstöre Häuser?




Mittwoch, 15. Januar 2014

1 Satz zur Kehrtwende von Hollande

Nur Dumme meinen, dass sich das Angebot die Nachfrage schafft, wenn das Geld knapp geworden ist, weil die Einnahmen derer sinken, die konsummieren.

Herzdame vs. Verarmungsprogramm ...

... und die Eckdaten von Hollandes Verarmungsprogramms verschwanden hinter dem Tratsch um die Herzdame, so wie es gewollt inszeniert wurde. Ablenkung vom Wesentlichen pur!

Ursprünglich, nach den Wahlen in Frankreich, hatte ich die Hoffnung, dass endlich jemand in Europa an die Regierungsmacht käme, der der Merkel die Stirn bieten würde. Die Hoffnungen sind kurz darauf zerstoben. 

Wir sind die Borg. Deaktivieren Sie Ihre Schutzschilde und ergeben Sie sich. Wir werden ihre biologischen und technologischen Charakteristika den unsrigen hinzufügen. Ihre Kultur wird sich anpassen und uns dienen. Widerstand ist zwecklos!

Und wieder beugt sich ein Land der Borgkönigin. 

Frankreichs Wirtschaft soll aufschwingen. Die Rezepte sind die der Borgkönigin: sparen, sparen, sparen ...

Der Staat will seine Ausgaben kürzen. Er muss es, weil den Unternehmen Steuergeschenke hinterher geworfen werden.

Was soll man von der Aussage, dass das Sozialmodell Frankreich erhalten bleiben soll, halten? Womit? Dazu werden Staatsausgaben benötigt, sprich Steuern. Und wer soll diese Steuern erbringen, wenn die Unternehmen massiv davon befreit werden?

Die Abwärtsspirale für die meisten Franzosen wird sich schneller drehen. 

Der "Deal" zwischen Hollande und den Unternehmern soll sein, dass die im Gegenzug Arbeitsplätze schaffen sollen. 

Und warum sollten die das machen? Unternehmen sind nicht altruistisch. Unternehmen machen Profit und wollen immer mehr davon haben. Die Unternehmensspitze muss schließlich finanziert werden und die Sucht der Unternehmensspitzen nach Einnahmenerhöhungen für ihr Konto ist vergleichbar mit der eines Menschen, der rauchgiftsüchtig ist. Es kann nie genug von dem Stöffchen geben. 

Frankreich hat sich der Borgdrohne Merkel ergeben. Die letzten Zuckungen sind noch zu erahnen, aber der nun sicherlich massive Abstieg Frankreichs bzw. deren arbeitenden Bevölkerung einschließlich der Arbeitslosen und Rentnern ist besiegelt.

Deutschland scheint den 3. Weltkrieg zu gewinnen. Es ist kein heißer Krieg. Es ist - wie alle Kriege vorher und jetzt - ein Wirtschaftskrieg. Dieses Mal wird er von Deutschland nicht mit Panzern, Flugzeugen und Bomben geführt, sondern mit den Waffen des Lohndumpings, der wirtschaftlichen Überrollung und der Spardiktate. Dazu muss nicht geschossen werden. Das Ergebnis ist ähnlich. Es gibt dabei Tote, an Hunger gestorben, an Krankheiten oder durch Selbstmord aus dem Leben geschieden. Dem Anschein nach ist Deutschland auf der Siegesstrecke in Europa. Die südeuropäischen Staaten wurden von Deutschland unterworfen und jetzt kommt Frankreich dran. Auf lange Sicht werden aber alle Staaten verloren haben, einschließlich Deutschland. Es gewinnt immer und überall nur die kleine Schicht derer, die die Herrschaft der Welt in den Händen halten. 

Der Abstieg von Hollande in die Arme der Borgkönigin zeigt, dass der gewinnt, der die Verträge in Europa NICHT einhält. 

Wir sind die Borg. Deaktivieren Sie Ihre Schutzschilde und ergeben Sie sich. Wir werden ihre biologischen und technologischen Charakteristika den unsrigen hinzufügen. Ihre Kultur wird sich anpassen und uns dienen. Widerstand ist zwecklos!

Wirklich?

Dienstag, 14. Januar 2014

Teil 2 - Familienfreundliche Armee

Familienfreundliche Armee? Das ist schon ein Widerspruch in sich, da Soldaten lt. Auftrag Männer, Frauen und Kinder - also Familien - töten. Okay, das sind nicht ihre eigenen Kinder, aber eben Kinder.

Warum Teil 2? Gestern sah ich im Fernsehen einen Beitrag zur Unterstützung der Kriegerfrau für eine kuschlige Bundeswehr. Ich zappte zufälligerweise dorthin und nach einigen Sätzen floh ich förmlich. Besser gesagt: Ich betätigte den Ausschaltknopf!

Ein Reporter besuchte einen General in einer Leipziger Bundeswehrkaserne. Der General, honigtriefendes Lächeln aufgesetzt, erklärte den Reporter, wie kuschelig heutzutage schon die Bundeswehr sei. Er führt ein Kombizimmer vor. Der Soldat hatte sein Büro. Soldat und ein Büro! Dort konnte er arbeiten. Und der andere Teil seines Büros war ein Spielzimmer, wo er seinen Nachwuchs mitbringen konnte, gern auch zwei oder drei Kinder.

*

Man stelle sich mal folgenden Dialog vor: "Papi, was spielst du dort auf deinem Bildschirm."

"Nichts weiter mein Sohn. Ich spiele eben nur."

"Fein Papi, meine Playstation hat auch so einen Joystick."

"Siehst du, mein Sohn, ich habe auch so etwas wie eine Playstation. So etwas Ähnliches zumindest."

"Papi, spielst du "Battlefield"? Vielleicht sogar "Battlefield 4"? Oder spielst du "Call of Duty"?"

"Mein Sohn, gib Ruhe! Ja, so etwas Ähnliches spiele ich. Komm mal her und schau dir das an. Hier siehst du ... hier lenke ich das Ding - Drohne genannt - ins dort markierte Ziel."

WUMM - KRACH! 

"Siehst du, das Haus ist kaputt. Und pass auf, jetzt noch eine auf die, die das Haus vielleicht noch kriechend verlassen können. Siehst du sie? Dort!"

WUMM - KRACH! 

"Auf welchen Level spielst du, Papi?"

"Auf den höchsten mein Sohn, auf dem höchsten. Ich verliere nie."

*

So oder ähnlich könnte es im Büro-Spielzimmer vielleicht aussehen.  (Für Feministinnen kann Soldat/Sohn durch Soldatin/Tochter gern ersetzt werden oder alles mit großem "I" geschrieben werden)

Dieses Modell könnte sehr gut erweitert werden: Abenteuercamp für die Kleinen in Kunduz, Ozean-Wettschwimmen für sie am Horn von Afrika oder irgendwo in den Wüsten der Welt: Wer kann eine Sandburg mit Wüstensand bauen?  

Schließlich ist es nicht die vornehmlichste Aufgabe eines Soldaten am Schreibtisch zu sitzen. Dort sitzen eigentlich nur Bürohengste für Versorgung u.ä. sowie Generäle und Oberste, die dann einen Exodus von der Ferne her befehlen, wie der damalige Oberst Klein und danach aufgestiegene Brigadegeneral (?). Also muss die Kinderbeschäftigung dem Standort überall auf der Welt angepasst werden.

Der Reporter wollte nun ganz witzig werden und fragte den General, ob dieses Arbeits-/Spielzimmer provisorisch hergerichtet worden wäre. Der General lächelte weise vor sich hin: Sieht das nach Provisorium aus? 

Danach hielt ich es nicht mehr aus und schaltete den Fernseher ab.




Montag, 13. Januar 2014

2 Sätze zum Tod von Ariel Sharon

Der Killer von Sabra und Shatila ist heute beigesetzt worden. Es ist ätzend, wieviel Wind um einen Verbrecher gemacht wird und wie man ihn im Westen zum Helden stilisiert nur weil er gestorben ist.


Klavierunterricht für Soldaten

Es kann aber auch Flötenunterricht sein ...

Die Bundeswehr gesehen als ein Unternehmen, wie  McDonalds oder auch den Schraubenwürth. Geschehen durch unsere neue Kriegsministerin, der aus feudalen Kreisen stammenden großbürgerlichen von der Leyen.

Die Bundeswehr als das Wohlfühlunternehmen überhaupt in Deutschland. Wo könnte man sich auch wohler fühlen: sichere Arbeitsplätze inklusive Reiseunternehmen. Sie sehen die Welt mit unserem Reisebüro - Ihre Bundeswehr, könnte eine Schlagzeile sein. 

Am Ende der Laufbahn können Tod oder Verkrüppelung physischer oder psychischer Natur stehen. Das verschweigt die Leyenspielerin aber. 

Die Bundeswehr ein Unternehmen wie "xyz"?

Die Bundeswehr ist eine Armee. Im günstigsten Fall schützt die Armee uns vor äußeren Angreifern; im ungünstigsten Fall für jeden vernünftig Denkenden - wie im Koalitionsvertrag vorgesehen - werden die Soldaten aggressiv eingesetzt. Wehe wenn andere Länder ihre Rohstoffvorkommen uns nicht für'n Appel und nen Ei überlassen wollen, dann könnte die Bundeswehr diesen Ländern die Hammelbeine langziehen und sie bombardieren, die Bevölkerung drangsalieren oder töten mittels einer AK 47 oder einer Drohne, irgendwo in einem angenehmen Raum den Joystick bedienend.

Die Bundeswehr ist eine Armee. Der Auftrag von Soldaten ist - zu kämpfen. In Kämpfen sterben Soldaten: Köpfe werden abgerissen, die Hände, die Beine, der Körper wird zertrümmert, Gehirnmasse im Terrain verstreut, Blut vergossen, Augen zerschossen und Gedärme quellen aus zerschossenen Bäuchen heraus. Das ist Krieg. Das ist der Preis, den Soldaten zahlen, wenn sie bei der Bundeswehr anheuern wollen. Keiner weiß, wen es treffen wird. 

Beim ollen Schraubenwürth habe ich noch nicht gehört, dass man erschossen werden kann. McDonald kann sein wie es ist, aber verstümmelt wird dort keiner. Und Posttraumatische Belastungsstörungen kann man beim allseits beliebten Hassunternehmen Amazon auch nicht bekommen, höchsten einen Burn-out (was schon schlimm genug ist), welcher aber, mit dem verglichen, was Soldaten durchmachen, nichts ist.

Die Bundeswehr ist mitnichten ein Unternehmen wie jedes andere in Deutschland. Wer das behauptet - lügt. 

Teilzeitarbeit, Mütter- oder Väterzeit, Kindertagesstätten sollen ein normales Unternehmen suggerieren. Das alles zielt auf arbeits- und perspektivlose Jugendliche vornehmlich aus den Armutsgebieten in Deutschland. 

"Seht her - wir sind ein Unternehmen wie Kraus-Maffei" 

Nur, die bauen und verkaufen Waffen und die dort Arbeitenden töten nur mittelbar. Soldaten aus dem ach so kuscheligen Weltunternehmen Bundeswehr sterben durch diese Waffen, die ihre deutschen Nachbarn aus ihrem Wohnviertel fertiggestellt und in alle Welt verkauft haben.

Bundeswehr ein normales Unternehmen? Ein Wohlfühlunternehmen? Eins, wo man Klavierspielen* lernen kann? Eins, mit tollen Arbeitszeiten für Eltern? Eins, wo man einen Aufstieg hinlegen kann in höhere Gefilde (falls man überlebt)? Eins, wo man die Welt besichtigen kann und dafür noch ein Gehalt bekommt?

Bundeswehr ein normales Unternehmen? 

Für die Leyenspielerin sicherlich. Ihre Kinder würde sie wohl nicht nach Afghanistan schicken. Die sind für Höheres vorgesehen. Für Kriege sind die Prekariatskinder schließlich da. Die Armen, die Kinder, die überflüssigerweise in die Welt gesetzt werden im Auge dieser Großbürgerlichen oder im Auge eines Sarazzins. Irgendwo in der Welt können sie sterben, dann wollen sie wenigstens kein H4. Hinterher, wenn sie weg sind, können wir sie ja ehren und ihrer  auf einer Steintafel gedenken: Es opferten sich für Frieden und Freiheit die Söhne und Töchter von ... Wir ehren sie. Sie sind für die Sicherung der Menschenrechte für uns gefallen.

Gefallen sagt man, verniedlichender Weise. Gefallen! So als ob ein Kind hinfällt und sich das Knie aufschlägt. Gefallen. Ermordet und getötet für das Großkapital sind sie. Die Geschichte, geschrieben von den Herrschenden, hat das schon immer zu verschleiern gewusst.

Vielleicht kann die Leyenspielerin nun den Soldaten Klavierunterricht verordnen. Bei den Prekariatskindern hat sie es ja nicht geschafft. Deren Leben wollte sie nicht verbessern. 

Mir kommt das so vor, als ob sie zu jemanden in die Todeszelle geht und fragt: Was kann ich für Sie noch tun? Was soll Ihre letzte Mahlzeit sein?

---

* Natürlich hat sie keinen Klavierunterricht für die Armee angeregt, nur kam mir das so in den Sinn, weil sie als Familienministerin das immer allen verordnen wollte, statt den Kindern wirklich zu helfen.

---

PS um 13:55: Sicherlich, das will ich noch bemerken, würde es allen besser gehen, wenn die Bundeswehr nur noch Klavier spielen würde.



Freitag, 10. Januar 2014

1 Satz zu den reicher gewordenen Deutschen.

Ich bin gegenüber dem Vorjahr um 3375 EUR reicher geworden und warte nun darauf, dass mir endlich jemand das Geld auf mein Konto überweist!


Mittwoch, 8. Januar 2014

Amazon und kein Ende

Zur allgemeinen Verständigung: Amazon ist ein Ausbeuterunternehmen!

Mir geht es aber um etwas völlig anderes. Seit Monaten wird Amazon als der Bösewicht als solcher herausgestellt. Ein Exempel soll statuiert werden. Die Presse ist fleißig mit am Werk, egal ob Mainstream oder Gegen den Strich gebürstete. Amazon ist böse. Es beutet seine Arbeitnehmer aus, spioniert und zahlt Minilöhne.

Das ist alles nicht falsch, aber es ist auch nicht ganz richtig.

Ich frage mich, wieso steht nur Amazon unter Beschuss? Könnte es nicht sein, dass der deutsche Einzelhandel und Onlinehandel Amazon Kunden abjagen will?

Es wird immer wieder erzählt, dass Amazon den Einzelhandel- und Onlinetarif zahlen müsste.

Wir sollten uns fragen, wo wird bei Amazon wirklich gehandelt. Handeln heißt Kundenkontakt! Da wird es schon schwierig. Amazon ist ein riesiges Lager, wo Lagerarbeiter Bestellungen zusammenstellen, die über eine Verkaufssoftware eingegangen sind. Die Arbeit ist schwer. Den ganzen Tag herumlaufen, Waren einsammeln und zur Verpackung vorbereiten - das ist Knochenarbeit.

Es ist ein Konfektionieren, wie ich es aus einem Unternehmer der Unilever-Gruppe kenne, als ich dort als Leiharbeiterin vor Jahren war. Das Logistik-Unternehmen hat das gleiche gemacht, wie Amazon. Dort speiste die Bestellungen das Unternehmen in eine Software ein. Das Logistikunternehmen hatte Zugriff darauf und dort wurden die Waren dann gepickt. Gehandelt wurde im Unternehmen der Unilver-Gruppe.

Schauen wir andere Versandhäuser an, bei denen man auch Online einkaufen kann, wie z.B. Weltbild. Dort gibt es Kundenberatung am Telefon. Ruft man dort an, nimmt eine freundliche Mitarbeiterin die Bestellung auf und klärt auch eventuell auftretende Fragen. Es ist möglich, mit dem Kundendienst per Telefon zu sprechen und Fragen abzuklären. Das habe ich schon des Öfteren getan. Man kann natürlich auch auf diese freundliche Service-Mitarbeiterin verzichten und online einen Bestellschein ausfüllen und ihn abschicken. Falls was nicht so funktioniert, wie man möchte, dann ruft man an und eventuelle Fragen können geklärt werden. Es gibt auch einen Katalog, der einen zugeschickt wird und in dem man blättern kann. Das ist Onlinehandel. Letztendlich gibt es auch dort Lagerarbeiter, die die Bestellungen konfektionieren und keiner weiß, wieviel die verdienen.

All das sucht man bei Amazon vergebens. Man "parliert" mit einer Software, die einen automatisierte Mails schickt. Nicht mehr und nicht weniger. Man klickt einige Buttons an, wenn man das Teil, wenn es nicht funktioniert oder es nicht gefällt, zurückschicken will. Das alles ist automatisiert. Erklärt bekommt man nichts. Erklärt in dem Sinne, dass eine freundliche Mitarbeiterin mit einem spricht. Bei Amazon wird mehrheitlich nur gepickt.

Ob Amazon-Mitarbeiter nun freiwillig oder mehr unfreiwillig gegen Ver.di protestiert haben, sei dahin gestellt. Dieser Protest soll vom Betriebsrat ausgegangen sein. Hat mich verwundert, da noch nie darüber geschriebe wurde (oder ich habe es überlesen), dass es dort einen Betriebsrat gibt. Es sei wie es sei. Wie freiwillig der Betriebsrat und wie unabhängig überhaupt Betriebsräte unter den heutigen Bedingungen in Unternehmen sind, das ist eine andere Frage. 

Bei der ganzen Diskussion fragt niemand mehr, wie der Tarifvertrag des Einzelhandels überhaupt aussieht. Dort ist seit 2013 eine Niedriglohngruppe eingeführt worden, die ausschließlich Waren in die Regale räumt und nicht mit Handel in Berührung kommt. Die sollen nur 8,50 EUR/Stunde erhalten. Für viele Mitarbeiter des Einzelhandels ist das schon ein Fortschritt. Für Amazon-Mitarbeiter wäre das ein Rückschritt. Denn in genau diese Tarifgruppe müssten/könnten sie dann eingeordnet werden, zumindest neue Mitarbeiter.

Des Weiteren war ein großer Aufreger, dass die Arbeitsverträge der befristeten Mitarbeiter einfach auslaufen. Das ist nun mal so. Und wenn die Mitarbeiter sofort gehen müssen, dann ist das auch nichts Besonderes. Als ich in einem großen, angesehenen, deutschen Unternehmen gearbeitet habe, wurden die Mitarbeiter, die gekündigt hatten, denen man gekündigt hat, die im gegenseitigen Einvernehmen gegangen worden sind und u.U. diejenigen deren befristeten Verträge ausliefen oft sofort freigestellt. Sie mussten meist ihren Arbeitsplatz noch im Laufe des Tages verlassen. Manches Mal merkten sie das erst früh am Mitarbeitereingang, wenn die Einlasskarte gesperrt worden war, ohne dass sie es wussten. Amazon ist da in trauter Gesellschaft mit sehr vielen Unternehmen in Deutschland.

Des Weiteren greift der Negativhype um Amazon in die falsche Richtung. Ein Unternehmen wird heruntergeputzt und alle anderen Unternehmen, deren Arbeits- und Tarifbedingungen gleich oder ähnlich sind, reiben sich die Hände und können sich beruhigt zurücklehen. Sie trifft es ja nicht. 

Wer kümmert sich eigentlich um die ausgegliederten DHL-Fahrer, die unter unsäglichen Bedingungen Pakete ausliefern? Die DHL-Postler sind Mitarbeiter 1. Klasse, die anderen sind DHL-Servicemitarbeiter 2. Klasse. Und das ist nur ein Beispiel von vielen. Aller fünf Jahre soll bei H&M das Personal vollkommen ausgetauscht sein. Das heißt, dass die Mitarbeiter es maximal fünf Jahre dort aushalten. Wer interessiert sich dafür und hängt deren Arbeitsbedingungen wöchentlich an die große Glocke?

Dass die Mitarbeiter bei Amazon ausgespäht werden, ist nicht nur dort so. Es ist gesetzlich erlaubt, die Mitarbeiter zu überwachen, wenn sie es wissen. Andere Unternehmen machen es ebenso. 

Wieso machen wir uns nicht stark und berichten mindestens einmal wöchentlich darüber, dass es ein Unding ist, dass man Mitarbeiter ausspioniert egal aus welchem Grund. DAS wäre in meinen Augen eine lohnende Kampagne, auch von Seiten der Gewerkschaften. 

Dass Amazon kaum Steuern in Deutschland zahlt? Warum ist es so? Fragen wir doch den Gesetzgeber, warum dies möglich ist, dass die Unternehmenssteuern gesenkt worden sind und warum Amazon hier kaum etwas versteuern muss. Die Gesetze wurden von unserer Regierung genau so gemacht und vom Parlament durchgewunken. Vergessen wir das nicht.

Weiterhin vergessen wir nicht, dass mit Installierung der Harzt-IV-Gesetzgebung Menschen durch die Jobcenter gezwungen werden können, in Unternehmen zu arbeiten, die ihre Mitarbeiter ausspähen, die Niedrigstlöhne zahlen und Menschen wie Kostenfaktoren behandeln. Arbeitslose sind in diesem Land ihrer Würde beraubt worden. Sie werden in solche prekäre Jobs gepresst unter Androhung von Strafen, die das Existenzminimum - entgegen des deutschen Grundgesetzes - bedrohen.

Genau an dieser Stelle muss der Kampf angesetzt werden. Dort ist der Ausgangspunkt für Niedriglöhne und unwürdige Arbeitsbedingungen. Die damalige rot-grüne Regierung und in Weiterführung die schwarz-gelbe haben es gewollt, dass Menschen unmündig gemacht werden und erlauben es Unternehmen Menschen wie Zitronen auszuquetschen und wieder wegzuwerfen. Die Unternehmen haben die ihnen eröffneten Möglichkeiten nur wahrgenommen. Für Menschennachschub für ihre unmenschlichen Arbeitspraktiken sorgt der Staat.  Und genau das ist so gewollt. 

Es hat noch nie jemanden genützt Exempel an irgendjemanden zu statuieren. Den Menschen in Arbeit helfen solche Exempel meist nicht. 

An der Wurzel muss das Übel gepackt werden!




 


Montag, 6. Januar 2014

Der flächendeckende Mindestlohn

Zu allererst sollten wir uns fragen, was heißt flächendeckend. Flächendeckend bedeutet doch wohl immer noch, dass in der Fläche alles gleich ist. Flächendeckend grün, heißt eben, dass alles grün ist. So wäre auch ein flächendeckender Mindestlohn, eine die Fläche der Bundesrepublik Deutschland abdeckender Mindestlohn der überall - logischerweise, denn er soll flächendeckend sein - gleich ist. 

Die SPD hat ihn in ihrem Wahlprogramm gefordert. Wenn sie wirklich im Sinne gehabt hätte, ihn in Deutschland einführen zu wollen, dann war die Entscheidung für Merkel eine Fehlentscheidung, die sie absichtlich getroffen hat, weil sie den flächendeckenden Mindestlohn sowieso im Leben nicht haben wollte, es aber nicht sagen konnte, weil dann vielleicht noch mehr Wähler die SPD NICHT gewählt hätten. Also ist man mit einer Forderung in die Koalitionsverhandlung gegangen, die man nicht sehr ernst nahm. Was raus kam ist genau das. Von Mindestlohn wird erst 2017 zu sprechen sein und flächendeckend wird er allemal NICHT sein, obwohl er uns sicherlich als flächendeckend verkauft wird. Die BILD-Massen werden das nicht weiter bemerken, da es ihnen sowieso egal ist: Hauptsache Arbeit! Und wenn es für 1,50 wäre.

Den nicht ersten Vorstoß für Ausnahmen von der Flächendeckung des Mindestlohnes kamen jetzt von Frau Hasselfeld. 

Ihre Begründung dafür ist der Gestalt, dass man seinen Mund aufsperrt, ihn wieder schließt und einen für den Augenblick keine Worte mehr einfallen, so Hanebüchenes sonderte sie ab.

So meinte sie, dass in Punkto Mindeslohn mehr Ausnahmen gemacht werden sollten und Arbeitgeber und Arbeitnehmer sich zusammensetzen müssten und dass deren Lebenswirklichkeit in Betracht gezogen werden müsse.

Arbeitgeber und Arbeitnehmer sollen sich also in trauter Zweisamkeit zusammensetzen und vertrauensvolle Gespräche führen. Da stellt sich mir die Frage, in welcher Lebenswirklichkeit die Dame lebt. Arbeitgeber und Arbeitnehmer - zwei unterschiedliche Gruppen, wo die erste die zweite total unterbuttert, weil sie am längeren Hebel sitzt. Die sind diejenigen, die die Arbeitnehmer feuern und sie der Armut anheim geben, wenn ihnen die Lohnforderung nicht passen, weil es ihnen schlicht egal ist, ob jemand ihrer Werteschaffer genug zu essen hat. Ohne Kampf kein Mehr an Geld und einen gerechten Anteil am Gewinn sowieso nicht. Gespräche in trauter Runde sind kalter Kaffee. So etwas funktioniert nur, wenn man auf Augenhöhe miteinander kommunizieren könnte. Die Mehrzahl der Arbeitnehmer kann nicht einmal die einfache Reproduktion bewerkstelligen, so wenig erhält sie an Arbeitseinkommen.

Die Lebenswirklichkeit? Welche? Die der Arbeitgeber, die den Hals nicht vollkriegen? Derer, die die Mehrzahl der Anteile von Unternehmen halten, das Sagen haben, die x Autos in ihrer Garage stehen haben, die eher einem Ballsaale gleicht? 

Die Lebenswirklichkeit? Die der Arbeitnehmer? Welche Lebenswirklichkeit haben die? 8,50 soll da noch zu viel sein? Kürzlich habe ich in einem Blog gelesen, dass die Bloggerin mal ihre Ausgaben vom Nettogehalt bei einem Stundenlohn von 8,50 abgezogen hat. Zum Leben blieben rund 90 EUR. Ich habe es auch ausgerechnet. Es ist bei mir mehr als 90 EUR, aber immer noch so wenig, dass eine Waschmaschine, ein Kühlschrank oder Ähnliches nicht kaputt gehen dürften. Und dabei fällt bei mir weg, dass ich keine Kosten mehr habe, um überhaupt zur Arbeit gelangen zu können.

Was hat Frau Hasselfeld für eine Lebenswirklichkeit im Sinne? Die Lebenshaltungskosten sind nirgendwo in Deutschland so gering, dass man mit 8,50/Stunde gut über die Runden käme. Die Energiekosten steigen ständig. In sehr vielen Regionen steigen die Mietkosten immerzu. Die Nebenkosten der Miete steigen ebenso. Gebühren und Abgaben, die an Städte und Gemeinden zu entrichten sind, überborden geradezu. Das sind u.a. Folgen der Schuldenbremse, die sehr viele von uns von Herzen begrüßen. Der ÖPNV wird fast unbezahlbar. Auch eine Folge der Schuldenbremse und eine Folge der PPP-Projekte, die die Nahverkehrsunternehmen fahrlässigerweise zu verschulden haben und die wir alle ausbaden müssen. 

8,50/Stunde? Frau Hasselfeld, das ist zu viel für Sie? Lassen Sie einkaufen oder wie? Sonst wüssten Sie, wie teuer die Lebensmittel geworden sind. Okay, Ihnen ist das egal, Sie haben genügend und können sich nicht vorstellen, dass viele Familien zum Monatsende nicht wissen, wie sie Essen auf den Tisch stellen sollen und dass noch mehr Menschen zu den TAFELN gehen müssen, um überhaupt über die Runden zu kommen. Das ist demütigend!

Von welcher Lebenswirklichkeit wird also gesprochen, wenn man von der Absenkung lumpiger 8,50/Stunde spricht?

Der Binnenmarkt kann mit solch einer läppichen Summe nicht angekurbelt werden. Der Stundenlohn reicht gerade zum Essen und Trinken. Und wenn man dann noch den ausufernden Teilzeitarbeitsmarkt in Betracht zieht ... Die örtlichen Handwerksbetriebe, Friseure usw. usf. können jedenfalls kaum von einem Mindestlohn, wenn er denn flächendeckend wäre, von 8,50/Stunde profitieren. Das wäre eigentlich das vornehmliche Ziel, dass es der Binnenwirtschaft besser gehen könnte. Dazu ist der anvisierte Mindeslohn schlichtweg zu ärmlich und wenn er dann noch flächendeckend aufgeweicht wird und durch x Ausnahmen durchlöchert wird.

Gut, ich vergaß: Der Binnemarkt ist robust und trägt zum Aufschwung maßgeblich bei. Es gibt einen Weihnachtsmann und einen Osterhasen, wird uns demnächst erzählt werden. Und viele werden das im Brustton der Überzeugung nachplappern und glauben.

Gut gemacht SPD. Hauptsache, die Pöstchen sind gerollt. Ihr hättet aber auch bessere Pöstchen haben können, bei rot-rot-grün. Aber an dem Kanzlerposten war wohl niemand interessiert von Seiten der SPD. Und der ewiggestrige DGB? Er freut sich auf den flächendeckenden Mindestlohn, der sowieso so nicht kommt. Eine Bankrotterklärung der Gewerkschaften könnte nicht lauter ausfallen.


Freitag, 3. Januar 2014

2 Sätze zu einem gewissen Herrn Asmussen

Ich rege an, ein Spendenkonto für den armen, gebeutelten und bedauernswürdigen Herrn Asmussen einzurichten, der 150.000 EUR im Jahr nun weniger verdient und am Hungertuche nagen muss. Mir kommen die Tränen, wie schlecht es unseren sogenannten Eliten hier im Lande geht, während die bösen H4-Bezieher, Rentner, Teilzeitjobber, Niedriglöhner und, und, und ... der spätrömischen Dekadenz frönen. 

Mittwoch, 1. Januar 2014

Ohne Halt Du - 2014

Die Titelzeile ist ebenso sinnentleert wie der Werbespruch "Nonstop you" für die Lufthansa. Wir könnten stattdessen auch in Anlehnung an einen anderen Werbespruch folgende "Parole" für 2014 ausgeben: Soo!!! Muss lügen.

Beide Sprüche sind sinnentleert. Sie sind so sinnentleert, wie sich viele das Leben zurechtbasteln. Anstehen mitten in der Nacht für ein neues iPhone. Anstehen ab Nullvierhundert nach Silvesterknallerei. In bereit stehende Kameras jubeln. Eine neue XBox hoch haltend oder eine neue Playstation. Es gibt nichts Wichtigeres auf der Welt wie solcher Konsummüll. 

Konsummüll, der unsere Hirne vollmüllt. Sie vollmüllt im Sinne einer Familie Bosch, einer Familie Siemens, einer Familie Piech oder einer Familie Oetker. 

Wenn wir uns nur noch mit der neuesten XBox beschäftigen, wenn wir als unser Lebensziel und Hobby Shopping ausmachen, dann haben diese Familien gewonnen. Und sie haben gewonnen.

Zusammenhalt und soziales Engagement fordert unsere Bundesmutti ein. Das soziale Engagement sollte schon ehrenamtlich sein. Wie sonst? Schließlich müssen wir an unseren Wirtschaftsstandort denken, an die Familien Siemens, Krupp oder Piech. Wenn wir an die denken, kann niemand von irgendjemanden verlangen, dass in unseren Alters- und Pflegeheimen gute Pfleger beschäftigt werden, die für ihre qualifizierte und schwere Arbeit auch qualifiziert bezahlt werden sollten. Da haben wir die Schuldenbremse davor gebaut. Und diese Schuldenbremse hat die Zustimmung fast aller Deutschen. Schließlich weiß jeder, dass man nur das ausgeben kann, was man einnimmt. Naja, ganz stimmt das auch nicht, sonst wären nicht so viele wegen Müll verschuldet.

Zusammenhalt. Hat unsere Bundesmutti den nicht in Deutschland zerstört? Jeder gegen jeden. Nun geht mal auf die Straße und frag irgendjemanden, ob er etwas von H4-Empfängern hält. "Sollen arbeiten, ich stehe auch um 6:00 Uhr morgens auf". Frag nach Leuten, die zu uns flüchten, weil sie entweder verhungern müssten in ihrem Land oder totgeschossen werden würden. "Wollen nur unsere Sozialsystem aushöhlen." Jeder gegen jeden. Diejenigen mit einer guten Arbeit im unbefristeten Arbeitsverhältnis gegen die mit Befristungen oder Leiharbeiter oder Werksvertragsarbeiter. Diejenigen hetzen dann gegen die H4-Empfänger und die dann gegen Asylbewerber. Und alle glauben, wenn letztere weg wären, dann würden sie ein paar Cent mehr Geld erhalten. Und wenn sie keinen Cent mehr erhalten, dann ist der aus dem Haus nebenan eben dran schuld. Den kenne ich zwar nicht, aber das macht ja nichts.

Frag jemand mal nach der Schuld einer Familie Bosch? Einer Familie Oetker? Oder nach den Familien die hinter Nestlé stehen? Fragt da mal jemand nach? Oh nein, das ist schon viel zu anstrengend, da kaufe ich mir doch lieber eine Antiagingcreme.

Sonst würden viele den Kopf einschalten und nicht mehr "haben ... haben ... haben ..." schreien, auch wenn sie es sich gar nicht leisten können. So die teure Flaterate, die doch nicht alles abdeckt, aber man knipst und teilt völlig sinnentleert in der Weltgeschichte herum. Die Schakeline sollte doch wissen, was heute auf unserem Teller lag. Das ist das Wichtigste der Welt. 

Hunger? Krieg? Wen interessiert das schon. Das interessiert eine kleine Menge von Menschen, solch eine geringe Zahl von Menschen, so dass sie es nicht schaffen, Meinungen zu verändern. Meinungen außerhalb ihrer Kreise zu verändern. Sie sind die modernen Sisyphusse.

Bloggen? Wer will denn schon wirklich nachdenken? Irgendwelche Fragen, darüber nachdenken? Selber Fragen stellen. Aus Fragen neue Fragen schaffen. Sich informieren. Und auch diese Infos ab und an wieder in Frage zu stellen. 

2014. Ohne Halt Du. Wir werden wieder belogen und betrogen werden. Jetzt einfacher als vorher, weil die Regierung eine tolle Zweidrittelmehrheit hat und unser jetzt schon zur Makulatur gewordenes Grundgesetz einfach ändern kann, wenn sie will. 

Wer sollte denen Einhalt gebieten?

Diejenigen, die vor allem shoppen wollen? Diejenigen, die über jedes ausländische Wort misstrauisch darüber hinwegstolpern, aber Denglisch als ihre Zweitsprache nutzen? Wer?

Ich sehe niemanden. 

Was wird aus Blockupy? Einmal im Jahr Bambule machen? Die Bänker fürchten sich ganz toll vor denen. Auch wenn jemand denkt, dass sie sich wirklich fürchten würden, da dein sogenannter Freund und Helfer - die Polizei - Niederknüppeln probt. Schließlich dürfen Polizeiknechte nicht einrosten. Schließlich weiß man nie, ob das Niederknüppeln, das Reizvergasen der Menschen nicht einmal wirklich wichtig wird. Vielleicht wird der Mob wirklich einmal die Straßen verunsichern. Es kann dann nur der Mob sein. Schließlich wollen die braven Bürger alles demokratisch regeln, durch Wahlen. 

Eine fünfjährige Wahlperiode soll dann schon die Demokratie schwächen. Welche Demokratie? Ich sehe keine mehr. 

Die Gesetze werden so umgemodelt und sind schon so umgemodelt worden, dass sie immer gegen den Normalo eingesetzt werden können. Das Streikrecht soll mit der neuen Regierung verschärft werden. Übrigens geht da der DGB im gleichen Schritt mit unserer Bundesmutti. 

Okay, der DGB. Das ist wieder eine ganz andere Sache. Der hat immer noch nicht begriffen, dass es keine Sozialpartner mehr gibt (noch nie gegeben hat). Ob denen das mal irgend jemand sagt? Ich denke nicht.

Die Mehrheit der Menschen geht lieber in einen 1-EURO-Laden. Man kann schließlich immer Geschenkpapier gebrauchen oder kauft in anderen Geschäften ein. Shoppen - DAS ERLEBNIS. Wenn ich es auf Arbeit nicht mehr haben kann, dann beim Kauf eines billigen TShirts was wegen der Aufschrift Tom Tailer stark überteuert verkauft wird. Aber es hat einen Namen - und nur DAS ist wichtig. 

Dort ist der Mensch glücklich. Dort kann er sein.

Ansonsten wird er 2014 genauso in Apathie verfallen, wie 2013. "Bauer sucht Frau" wird weiterhin ein Quotenrenner und die "Shopping-Queen" ebenso. 

Vor allem wir Frauen werden uns 2014 noch mehr anstrengen, der Diät-Industrie, der Fitness-Branche und der Kosmetikindustrie mehr Geld zukommen zu lassen. Schließlich ist ein von Männern geschaffenes Schönheitsideal auch unser Schönheitsideal. Wir wollen heutzutage nur noch gefallen, sexy sein, hohl im Kopf, aber die Preise bei Douglas kennen. Chloe - die Parfummarke - zeigt dies sehr schön, so schön, dass man sich fragt, ob der Anrufer nicht dem Sex mit einer Minderjährigen frönt. So muss die Frau sein: Androgyn, jung, jünger am jünsten, aber an den richtigen Stellen mit Silikon aufgepumpt und die Gesichtsregungen mit Botox weggespritzt.

Glücklich? Nein, glücklich werden wir dabei nicht. Wer kann schon mit gesichtslosen Einheitsschönheiten geschaffen by Photoshop mithalten. Niemand. Es sei denn, man (Mann) schafft es ein rosa Photoshop-Programm zu erschaffen, was lebendige Frauen schönt. 

Übrigens, habe ich gerade bei "Fringe" gesehen, dass dies in der Fantasie (?) schon existiert. Schöne neue Welt.

Okay. Lassen wir 2014 langsam angehen. Das Jahr läuft uns nicht davon. Alles wird Gut? Nein, das würde ich nicht sagen wollen. Alles wird schlechter werden für uns. Die Maut wird kommen. Vielleicht nicht gleich 2014, aber sie wird kommen. Der Mindestlohn wird derweilen vertagt und kommt für manche sicherlich nie. Das nennt man dann flächendeckend. 

Das beste für uns wäre, wenn wir das Jahr 2014 im Sinne eines Schwejk über die Runden bringen, zumindest hin und wieder.

So, vielen Dank, wenn du bis hierher gelesen hast. Dann solltest du eine Durchhaltemedaille bekommen. Die meisten Zugriffe haben die Posts, die nur einen Satz enthalten, also sich auf Twitterniveau bewegen. Alle anderen Post, die nicht unbedingt alle geistreich sind (das will ich nicht behaupten), werden viel weniger frequentiert. Oft finde ich es schade, weil ich denke, warum sollte man nicht mal über dieses oder jenes Problem nachdenken. Das scheint zuviel verlangt zu sein, in einer Zeit, wo es G+, Facebook und Twitter gibt, wo die nichtigsten Kleinigkeiten geteilt werden müssen. Wo man nur noch in Schlagzeilen spricht. Wirklich schade.

Die LINKE hat wieder einmal Volksentscheide ins Gespräch gebracht, im Gegenzug zu einer fünfjährigen Regierungsphase. Also Volksentscheide mit Themen, die man auf Twitterniveau stutzen müsste, damit sie überhaupt jemand mitbekommt. Die Aufmerksamkeitsspanne wird immer kürzer, die Bildung immer schlechter, das Entpolitisieren einer breiten Masse ist sehr weit fortgeschritten. Man hängt an den Lippen der Bundesmutti und glaubt, was sie sagt. Eine denkbar schlechte Grundlage für Volksentscheide. Aber Bildung der Massen, darf ja nichts kosten. Es reicht, wenn sie mit groben Abstrichen schreiben und rechnen kann. 

Willkommen im 19. Jahrhundert. Wir werden uns 2014 im Eilzugstempo dieser Zeitepoche immer mehr annähern. Die Anzüge und Kleider werden anders aussehen als im 19. Jhd, das ethische Grundgerüst haben wir schon erreicht. Die dazugehörigen Bauten werden wir wieder erstehen lassen, wie das Stadtschloss in Berlin oder die Garnisonskirche in Potsdam. Es lebe Kaiser Wilhelm. Die Deutschen mögen Adelshäuser und wünschen sich in großer Einigkeit ein Königshaus. Okay, einen Königsersatz haben wir schon: Michael Schumacher. Leider ist der auf den Kopf gefallen. Unsere Medien würdigen dies in stundenlangen Sendungen. Und noch etwas: Wir habe in der Garnisonskirche in Potsdam auch einen kleinen Österreicher hochleben lassen. 

Wohin uns das gebracht hat? Das wollen wir nicht mehr wissen, denn sonst hätten CDU und SPD in die Koalitionsvereinbarungen nicht das Führen von Kriegen hineingeschrieben.

Also, willkommen Deutscher auf den Schlachtfeldern dieser Welt. Du wolltest es so, als du die Bundesmutti vergöttertest. Nun müssen wir mit den Folgen damit leben. Vielleicht nicht heute, nicht 2014, aber vielleicht schon 2015 oder später. Wir werden von den Folgen des Klassenkampfes gegen uns von den reichsten Familien Deutschlands nicht verschont werden. Böse Taten haben ein gutes Gedächtnis.

Soo!!! Muss 2014! Oder wie? Oder wie wäre es mal mit einem Deutschkurs im Laufe des Jahres 2014? Mal etwas anderes.