Mittwoch, 28. Mai 2014

Von der Kreuzchen-mach-front

Ich bin Spitzenkandidatin der Unkrautverwertungspartei für die EU. 

Unsinn geh weg! 

Nur, die Parteien zur Europawahl machten es ähnlich. Uns wurde suggeriert, dass wir einen Spitzenkandidaten aussuchen sollten - mit Kreuzchen an der richtigen Stelle - und der wird dann der Boss der Kommissionen. Ich staune immer wieder, welche Lügen sich da ausgedacht werden, um den Menschen Demokratie vorzugauckeln (Namensähnlichkeiten mit einem Lebenden sind bewusst gemacht worden). Ein Kreuzchen soll bestimmen, wer der Boss der Kommissionen wird ... Als ob die Kommissionen oder als ob die Europaparlamentarier Demokratie wären. In der EU ist Demokratie ausgeschlossen. Der Boss der Kommissionen wird alleinig durch die Regierungen der EU ausgekungelt. Dass es vielleicht trotzdem Juncker oder Schulz werden könnten, steht auf einem völlig anderem Blatt und hat nicht allzuviel mit deren Wahlergebnis zu tun.

Da schwadroniert ein Herr Gysi darüber, dass die Europawahl ein Zeichen für ein sozialeres Europa wären. Das Parlament! Welches so einfach in Raum und Zeit dahinwabert ohne Zuordnung. Er hätte auch sagen können, dass die Europawahl ein Zeichen für ein nationalistischeres Europa gewesen wäre. Ich sage es mal mit der FN, deren Bossin meinte, dass sie Politik für die Franzosen mit den Franzosen machen wollte. Ob das sozialer werden könnte, sei dahin gestellt. Er hätte alles sagen können, ohne dass es die EU gestört hätte. Und eigentlich müsste er es besser wissen oder hat er in seiner Schul- und Studienzeit im Unterricht oder der Vorlesung nicht aufgepasst? Die EU ist ein Konstrukt der Konzerene, egal ob die sich nun im realen Raum bewegen oder im Spielcasino. Er hat vergessen, dass nicht das Parlament die Macht hat, sondern die Regierungen der einzelnen Länder. Kann er mir vielleicht sagen, warum Merkel die EU dominiert? Ist es das Wählervotum der vergangenen Wahl gewesen? Oder ist es nicht vielmehr der Geldsack, der hinter Merkel steht? Ich sage nur - Gysi quatscht geschichtsvergessen. Er ist mit der Partei auf dem langen Wege zur Unterwerfung unter das parlamentarische System. Er geht den Weg, den die Grünen vor langer Zeit schon gegangen sind. Leider. 

Das es in Europa eher einen Rechts- als einen Linksruck gegeben hat, kann ich nachvollziehen. Den meisten Menschen in Europa geht es schlecht. Und diejenigen, die noch auskömmliche Einnahmen haben, sind total verängstigt, dass es ihnen so gehen könnte, wie dem Nachbar. Haben wir nicht gerade gehört, dass es auch in Deutschland etwas mehr als 8 Prozent der Menschen sind, die sich nicht einmal aller 2 Tage eine gesunde Mahlzeit leisten können? Und alles läuft hier unter der Schlagzeile, dass es der Wirtschaft so gut wie sonst nie gehen würde und dass die Kauflaune der Bevölkerung gleich alle Messskalen zerspringen lassen würde? Wurden die rund 10 Prozent der schlecht ernährten Menschen in Deutschland statistisch gleich ausgegliedert? Und haben wir mit dem Grundgesetz Ablage "P" gemacht? Gut, dort drinnen steht nicht, dass sich die Menschen in Deutschland alle gut ernähren können, aber gleiche Lebensbedingungen zu schaffen, steht schon drinnen. Ein Schelm wer Arges denkt. Sollen sich die gleichen Lebensbedingungen alle bei der TAFEL wiederfinden? Oder wie haben sich das die Oligarchen in Deutschland so gedacht? Ich kann auch nachvollziehen, dass Menschen Angst haben, dass die Schiffsladungen von Menschen aus Afrika ihr Überleben in Europa noch schwieriger machen. Es gibt nicht soviel Arbeitsplätze, wie gebraucht werden, zumindest nicht soviele, die man zu bezahlen bereit wäre. Armut trifft auf noch größere Armut. Leider richtet sich die Wut dieser Menschen auf die falschen Objekte. Nicht diejenigen, die zu uns kommen sind die Schuldigen an der Misere und der Armut in Europa. Man kann nicht CDU wählen und sich dann wundern, wenn man ärmer wird oder noch ärmere Zuflucht und Hilfe hier suchen. Aktio ist gleich Reaktio!

Nun bin ich gleich bei einem anderen Thema "Oligarchen",  "Kreuzchen machen" und "Demokratie"! Das Konzerneuropa jubelt. Die Ukraine hat gewählt. Dieses Mal hat das dumme Volk einen Schoki-Oligarchen an die Macht gebracht. Vielleicht meinen sie, dass dadurch ihre immer mehr wachsende Armut versüßt werden könnte. 

Abartig finde ich - oder auch folgerichtig -, dass eine Wahl, die nicht im ganzen Land stattfand nun demokratisch abgelaufen sein soll. 

Das Konzerneuropa rotzt auf die Demokratie. 

Merkel konnte gar nicht schnell genug zur gelungen Wahl dem Schoki-Oligarchen gratulieren. Dass der die Faschisten weiterhin in der Regierung lässt - geschenkt. In der Ukraine ist für das Konzerneuropa die Welt nun fast in Butter, ein völlig  lupenreiner Demokrat wurde demokratisch gewählt. Die Wahrheit interessiert nur noch ein paar sogenannte Putinversteher. Was schert es den Westen, dass nicht das ganze Land gewählt hat. Was schert es den Westen, dass überhaupt gewählt wurde. Was schert es den Westen, das viele Bürger die Demokratie noch nicht in die Ablage "P" schreddern wollen? Was schert den Westen überhaupt Demokratie. Sie ist altmodisch, unmodern, sinnlos und was weiß ich nicht noch alles. Merkel hat nur ihr angelerntes DDR-Demokratieverständnis in diese Gesellschaft eingebracht. Wer Wahlsieger wird, bestimmen diejenigen, die das Machtmonopol haben. Das ist nicht verwunderlich, da sie als Agit-Prop-Sekretärin mit diesem Demokratieverständnis damals in der DDR  predigen gegangen ist. 

Sag mir wo die Demokratie geblieben ist. Wo ist sie geblieben? Die Antwort allein weiß nur der Wind. 

Spitzenkandidatin für die Unkrautverwertung. Na das klingt doch gar nicht so schlecht!  

 

Freitag, 23. Mai 2014

Ich lebe in der Diaspora

Ja, ich habe pausiert. Ich will weiterhin pausieren. Warum? Beim Durchlesen oft nur der Überschriften meiner Blogbeiträge seit 2009 habe ich festgestellt, dass die gleichen Themen immer noch relevant sind. Das heißt, dass ich mich immer wieder wiederhole ... wiederhole ... wiederhole ...

Deutschland sitzt immer noch tief in der Krise, obwohl Deutschland medial meint, dass sie die Klasssenbesten wären und es einen Aufschwung gäbe. Das mickrige Wachstum von Null-Komma-und-irgendetwas, wird gefeiert, als ob es ein zweistelliger Wert wäre.  So kann man sich selbst belügen.

Die Arbeitslosenquote soll gesunken sein. Zumindest behaupten das bis in der "Junge Welt" hinein alle Medien. Die Frage sollte dann erlaubt sein, was machen die schnell bis in die Tausenden anwachsenden Gekündigten, deren Arbeitsplätze ins Ausland verlagert werden. Fast jeden Tag gibt es solche Meldungen. Wo sind die in der Statistik? Sind die in ein schwarzes Loch gefallen? Die Erwerbstätigkeit soll gestiegen sein, was auch überall in den Medien zu lesen ist. Jede Zeitung schreibt diese Agentur-Propaganda-Meldung einfach ab, ohne sie zu kommentieren. Und genau hier müssten die Journalisten tiefer schürfen. Machen sie aber nicht bis höchst selten. 1(!) Stunde Arbeit pro Woche reicht, um nicht als arbeitslos gezählt zu werden. 1 Stunde z.B. Prospektaustragen in der Woche macht aus dem Arbeitslosen einen Erwerbstätigen. Das habe ich aber auch schon in den letzten Jahren immer wieder und immer wieder geschrieben. Meist hat das nicht einmal die Bloggemeinde interessiert. 

Der nichtflächendeckende Mickrigmindestlohn scheint zu kommen. Und wo organisieren die Gewerkschaften Kämpfe oder Demos dagegen, dasss junge Leute von diesem mickrigen Stundensatz von 8,50, der auch erst ein paar Jahre später kommt, ausgeschlossen sind. Langzeitarbeitslose sind sowieso nicht interessant für Gewerkschafter. Was machen die? Eine Spartengewerkschaft gibt eine PRESSEERKLÄRUNG heraus. Eine Presseerklärung! Das geht doch unserer Regierung am Arsch vorbei. 

Und die Jugend selbst? Denen scheint es noch egaler zu sein. Hauptsache sie teilen irgendwelche Selfis oder anderen Müll. Damit sind sie beschäftigt und kommen nicht auf die Idee mal ihr Sein in dieser Gesellschaft zu hinterfragen. Den Herrschenden gefällt dieses sicherlich. Dieses Jahr wird weniger ausgebildet. Und somit wächst die Anzahl der Jugendlichen, die keinen Ausbildungsplatz erhalten wiederum. Sie jobben in irgendwelchen Burgerbratstuben oder anderswo, um ihre Handysucht auch bezahlen zu können oder ihre dabei aufgelaufenen Schulden zu tilgen. Die sogenannten QualitätsMedien verbreiten ohne zu hinterfragen die Lüge, dass die Unternehmen händeringend Fachleute suchen würden. Sogar in Leipzig wird davon gefaselt, obwohl es hier eine hohe Zahl Erwerbsloser gibt. Ja, ja - habe davon auch schon oft geschrieben - , sie wollen ausgebildete Menschen, die keinen Lohn oberhalb der Armutsgrenze fordern. Wassagen die Gewerkschaften dazu? Und was tun sie? Habe ich sie und die Jugendlichen schon bei machtvollen wöchentlichen Demos gesehen?

Der neueste Coup ist die Europawahl. Hier wird uns tagtäglich eingeredet, dass wir wählen müssen, damit sich in Europa etwas ändert. Man vergisst dabei zu sagen, dass das Europaparlament nicht allzu viel zu sagen hat. Ein Martin Schulz von der SPD suggeriert in jeder Wahlwerbesendung, dass wir ihn wählen sollen, damit er Kommissionspräsident werden kann. Wieso lügt er? Der Kommissionspräsident wird durch die Regierungen der EU ausgekungelt und Wahlen haben darauf absolut keinen Einfluss. Auch die EU wird sich nicht ändern. Sie wurde nicht für uns, sondern für die Wirtschaft geschaffen. Bestes Beispiel ist Deutschland. Wir konnten Exportweltmeister werden, weil wir unsere Währung nicht aufwerten müssen. Eine Wahl kann an dieser Situation Null ändern. Dem Europaparlament steht keine Regierung entgegen. Also schwebt das Parlament im luftleeren Raum und simuliert nur Demokratie.

Und als nächste Thema wird den Menschen suggeriert, dass es eine Rente mit 63 gäbe. Jede Zeitung, wirklich jede einschließlich der Jungen Welt, quatschen davon, obwohl es die Rente mit 63 NICHT gibt. Man kann unter gewissen sehr eng gefassten Umständen mit 63 in Rente gehen und zwar ohne Abschläge (mit geht es sowieso), aber eben nur unter bestimmten Voraussetzung. Und die 63 wird in 2 Jahren mit 65 ausgetauscht. So viel Zeit und soviele Zeichen muss es geben, um den wahren Sachverhalt darzustellen. Eine Verkürzung auf die Formel "Rente mit 63" ist neoliberales Sprech. Und die Journalisten brüsten sich immer wieder damit, dass sie Qualitätsjournalisten wären. Wo gibt es die heute noch? Sie sind meist gekauft, wie alles in der Welt. Journalismus wurde zur Ware gemacht.  

Und die Menschen hier in Deutschland? In meiner Umgebung bilden sie sich fast nur über BILD. Viele geben dumpfbackige Meinungen wieder, die sie über viele Jahre von BILD eingehämmert bekommen haben. Wenn es gegen die  hier lebende Türken geht, feiert die Voreingenommenheit Triumphe. Wenn ich sage, dass ich darüber nichts sagen kann, da ich keine Türken kenne, erhalte ich bestenfalls nur ein mitleidiges Lächeln mit der Bemerkung: Das weiß man doch! Okay, ich weiß nichts von den Vorurteilen, besser, ich will sie nicht wissen, weil jeder Mensch für sich betrachtet werden muss.

Ich sehe beim Spazierengehen überall vor allem Menschen mit Smartphones herumstolzieren. Sie schauen nicht auf ihre Kinder oder auf den Weg, das Smartphone ist wichtiger. Eine Hausbewohnerin des Hauses, worin ich wohne, beginnt beim Hunde-Gassi-Führen mit dem Smartphone zu telefonieren und sie hat das Handy immer noch am Ohr, wenn ich sie zufällig wieder zurückkommen sehe. Man organisiert Flashmobs auch mit politischem Inhalt. Unser soziales Dasein verkommt dabei zu einem Event, was eigentlich niemanden interessiert und der Regierung geht das auch ... siehe oben ... vorbei. Babys gibt man einen Nuckel in den Mund, damit sie ruhig sind und nicht kreischen. Jugendlichen und Erwachsenen gibt man dafür ein Smartphone. Beides hat die gleiche Wirkung.

Die "Qualitäts"medien wollen uns jetzt in einen Fußballrausch bringen. Einen Rausch, der dem des Alkohols in etwa gleicht, nur, dass man keine Gleichgewichtsprobleme und keinen zickige Leber bekommt sowie keine Kopfschmerzen am nächsten Tag hat. Gib den Leuten Brot und Spiele. Gib ihnen Sportspecials, die zeigen, wie unsere Millionäre trainieren. Die Zeit bis zu der Fußball-WM muss gefüllt sein. Die Menschen sollen nicht bemerken, dass unser System am Abgrund steht, wie das damalige Römische Reich bevor Westrom unterging. Und es funktioniert - genau wie damals. Brot und Spiele!

Was und worüber soll ich also schreiben? Dass wir auf einem ganz schmalen Felspfad balancieren, der uns in einen 3. Weltkrieg stürzen könnte? Gegen die Interessen der Mehrheit der Bevölkerung in Deutschland wird dieser Pfad in der Ukraine von Merkel und Co. gegangen. Sie interessiert sich einfach nicht dafür, was die Menschen denken. Steinmeier geifert gegen diejenigen, die ihn als Krieghetzer titulieren. Als ich das Video sah, fielen mit sofort die Reden eines gewissen Herrn Hitlers ein, so vom Gestus und der Kreischlautstärke. Die Menschen, die sich gegen die Lügen der Regierung und der Medien wenden, hätten Europa nicht verstanden ... Und was folgt darauf? NICHTS! Keine Demos, keine Reaktionen von links. RUHE! Und zur Krönung meint der Deutschlandfunk, dass alle, die Faschisten in Kiew ausmachten und anprangerten, dass dort sich eine Junta an die Macht geputscht hätte, dass die von Moskau bezahlt werden. Das soll Blogger und Kommentatoren betreffen. Sogar einen Betrag von 40 EUR wird im Deutschlandfunk in den Raum gestellt. Also auf meinen Konto sind die bisher nicht eingegangen. Erst werden die Menschen als Putinversteher diffamiert und wenn das nicht ganz hilft, sollen diejenigen auch noch von Putin gekauft worden sein.

Was soll ich also worüber schreiben? Wir leben in Absurdistan. Kein politisches Kabarett kann dieses Land so darstellen als die Regierung und ihrer Akteure selbst. Ein von Wagner hinkt da immer hinterher. Jede Satire wurde schon von Merkel und Co. selbst geschrieben und gesprochen.

Was soll ich also worüber schreiben? Immer wieder dasselbe und dasselbe? Deshalb werde ich eine Pause machen und erst wieder hier schreiben, wenn mal andere Themen als die altbekannten relevant werden. Bis dahin hoffe ich inständig, dass Deutschland nicht Weltmeister wird. Das wäre eine unerträgliche Situation, wenn wir Großmäuler auch noch dafür belohnt werden würden, dass wir Großmäuler sind.


Mittwoch, 14. Mai 2014

Ostdeutsche Fußballfans sind meschugge

Statt sich zu freuen, dass man in Leipzig besseren Fußball geboten bekommt als die hinterletzte Liga, werden Hassmärsche veranstaltet. 

Sicher, die Mannschaft von RB Leipzig ist eine Red-Bull-Mannschaft. Na und? Viele andere Sportler gehören ebenso zum Red-Bull-Team. Vettel ist auch ein Red-Bull-Mann. Wo liegt also das Problem?

Das Problem wird u.a. auch in der fehlenden Tradition gesehen? Fehlende Tradition? Na ich spinne doch wohl. Was haben uns gerade in Ostdeutschland denn nun Traditionen gebracht? Wo sind andere Vereine hin verschwunden? Wem hat je die Tradition der DHfK interessiert? Niemanden! Sie wurde abgewickelt.

Ich habe z.B. nie mitbekommen, dass der SAP-Fußballverein Hoffenheim solche Hasstiraden entfachte, obwohl auch er keine Traditionen hatte und SAP durchaus auch in Waldhof Mannheim hätte investieren können. Und das Eisstadion in Mannheim, von SAP gesponsert, wurde auch angenommen ohne zu mosern.

Ohne Moos ist eben nix los. So einfach ist es heutzutage in der Sportwelt! Vielleicht verstehen einige Ostdeutsche die gesellschaftlichen Verhältnisse heutzutage immer noch nicht.  Traditionen gewinnen eben keine Titel, steigen nicht auf oder was weiß ich nicht noch alles. 

Oder RB Leipzig liefert nur einen Vorwand um Auszurasten und Schlägereien anzuzetteln, sich grün, blau und blutig zu schlagen, wobei die Hasser nicht mal alle aus Leipzig kommen. Und wo bleibt dann der Sport?

Wieso ist der FC Bayern so gut? Knete, Knete, Knete und nochmals Knete. Tradition ist zweitrangig. Wer kein Geld hat, kann nicht in gute Spieler investieren, kann keine Gewinne einstreichen und keine Meisterschaften gewinnen.

Und ja, der Sport ist ein Sklavenmarkt. Dort herrscht das Kapital. Nur, wir wollten doch die Marktwirtschaft. Haben nicht gerade seit ungefähr Ende Oktober/Anfang November 1989 die Menschen für diese Marktwirtschaft in Leipzig demonstriert? Sie wollten Konsumgüter. Die haben sie nun. Und die B-Seite der Marktwirtschaft kostenlos dazu. Wer A sagt muss eben auch B mitnehmen. So einfach ist das.


Im schwarz-weiß-roten Trainingsanzug nach Brasilien

Ich konnte es nicht glauben und habe mir die Trainingsanzüge der DFB-Auswahl zur WM in Brasilien noch einmal im Netz angeschaut: schwarz-weiß-rot. Die Trikots verstecken auch ganz verschämt das Schwarz und das Gold. Der Eindruck entsteht hier ebenso: schwarz-weiß-rot.

Nun sollte mich diese Farbzusammenstellung nicht wundern. Es entspricht der jetzigen Politik der Regierung.

Deutschland zeigt Muskeln - besser: den Geldsack. Und wehe jemand in Europa oder auch anderswo hat sich dazu entschieden, nicht dem deutschen Geldsack zu folgen. Dann wird deren Postdemokratie von einer wirklichen Diktatur des IWF und der von Deutschland okkupierten EU abgelöst.

Beispiele dazu sind vor allem in Griechenland, Spanien und Portugal auszumachen. Das Paradebeispiel ist dabei aber immer noch Frankreich. Erst war der Spitzenkandidat der Sozialisten kein Speichellecker Deutschlands, jetzt ist er es umso mehr. Eine dringend benötigte Gegenposition in der EU gibt es nicht mehr.

Die ukrainische Bevölkerung hat schon einen ersten Vorgeschmack dafür bekommen, dass sie der EU huldigte. Zur "Belohnung" werden die Energiepreise so hoch geschraubt, dass ich mich frage, wie die Bevölkerung die zahlen kann. Jedes Jahr eine zweistellige Prozentzahl nach oben? Vielleicht wacht dann die Masse der Ukrainer auf. Nur, dann ist es zu spät.

Deutschland hat nichts gegen die Banderas-Leuten, den Rechten Sektor. Deren Entwaffnung stand nie wirklich auf der Tagesordnung und wird auch nicht eingefordert. Im Gegenteil, diese Faschisten wurden in der Junta integriert. Deren Massaker in Odessa stört die Kreise unserer Kanzlerin nicht. Sogar dem DGB ist es egal, obwohl ein Gewerkschaftshaus abgefackelt wurde und diejenigen die noch drinnen waren - Gewerkschafter! -  getötet wurden, entweder durch Feuer, Qualm oder wenn sie es aus der Brandzone noch schafften,  sie einfach totgeschlagen wurden, als ob sie Ungeziefer wären. Das ist unserem DGB egal, obwohl sich gerade jetzt das Datum jährt, wo die Faschisten in Deutschland damals die Gewerkschaftshäuser enteigneten, deren Werte stahlen und Gewerkschafter in die Zuchthäuser, KZ's sperrten oder sie gleich ermordeten.

Heute habe ich gehört, dass die Gewerkschafter nicht von den Faschisten getötet worden sein sollen, sondern irgendjemand sie dort drinnen vergiftet hätte. Also doofer kann man doch wohl Nachrichten nicht fälschen.

Und dazu kommen wieder die beliebten Bilderchen der USA, die ganz genau beweisen, dass Russland nun doch noch Militär an seiner Grenze zur Ukraine hat. Das finde ich dermaßen lustig, sich wieder auf Bilderchen zu besinnen, denn wer einmal lügt ... Obwohl, Deutschland als NATO-Mitglied hat seine Truppen ja auch an den Grenzen der Ukraine und übt dort MIT der Ukraine Krieg. Aber, das ist ja was anderes. Wir sind die Guten - der Russ der Böse. So einfach kann eine Welt sein. 

Dazu kommt eine Kriegshysterie, die sich gegen viele Staaten Welt richtet. Wir haben Muskeln und winken nicht nur mit dem Geldsack. Unsere Söldnerarmee ist in vielen Ländern der Welt präsent. Sie haben zwar noch nie einen Konflikt beenden können - so wie es uns eingetrichtert wird - sondern den Flächenbrand erweitert. Wenn es nicht anders geht, macht sich Deutschland mit Islamisten gemein. Nach außen wollen wir in diesen Ländern alles tun, um Frieden zu bringen, Frauen zu befreien, Mädchen eine Schulbildung zu geben und andererseits lassen wir es zu, dass Frauen geknebelt, vergewaltigt und umgebracht werden, Mädchen nicht mehr in die Schulen gehen dürfen, weil wir es uns mit den Islamisten nicht verderben wollen. Deutschland tut nur so, als ob es ein Friedensengel wäre.

In Syrien hat Assad Religionsfreiheit garantiert. Assad ist zwar wirklich kein gemütlicher Mensch, aber er hat die Menschen an das glauben lassen, was sie wollten. Nun unterstützt Deutschland auch dort Islamisten, die Menschen köpfen, nur weil diese nicht die Religion so auslegen, wie es die Islamisten haben wollen. Christen und Muslime einer anderen Glaubensrichtung werden verjagt, getötet, deren Eigentum wird zerstört. Bravo Deutschland. Und sage ja nicht, dass du gar nicht in diesen Krieg verwickelt bist. Das wäre eine Lüge.

Okay, lügen ist das Tagesgeschäft der Regierung und der Medien, die sich Qualitätsmedien immer noch nennen. Wie ein DDR-Regierungssprachrohr benehmen sie sich nur in anderer Farbe. Dabei ist es noch nicht ganz klar, ob dieses Schwarz an manchen Stellen schon bräunliche Punkte hat und ganz nach Braun kippt.

Was haben wir nicht alles über Russland gehört und müssen es uns immer noch anhören. Es ist pinocchioest oder wie man in Russland sagen würde: buratinoesk. Der böse Russ. Deutschland und seine QualitätsMedien überschlagen sich und schreiben das ab, was sie bis 1989 über Russland, der damaligen Sowjetunion, schon geschrieben haben. Sie kopieren sich selbst. Ist auch einfacher und billiger als den Auftrag der unabhängigen Berichterstattung zu erfüllen.

Die Kiewer Junta kann machen was sie will, töten, verbrennen, zerstören, hetzen, die Bevölkerung rassistisch einteilen, es ist Deutschland egal.

Darum denke ich, dass der schwarz-weiß-rote Trainingsanzug unserer Fußballer zur WM nicht Zufall, sondern Programm ist.


Freitag, 2. Mai 2014

Agenda 2020 - ein kleine Bemerkung dazu


Merkel will sich nach Europawahl um "Agenda 2020" kümmern!, wie der Stern zu berichten weiß:

Anmerkung: Dieser Satz kommt einer Drohung gleich. Merkel wird die wesentlichen gegen die eigene Bevölkerung gerichteten "Reformen" sicherlich in die Zeit der Fußballweltmeisterschaften schieben.




Donnerstag, 1. Mai 2014

1. Mai - Tage der Arbeit?

Rote Fahnen? Man sieht sie heutzutage nicht mehr. Ich meine jetzt nicht die roten Fahnen mit irgend etwas drinnen, sondern einfach nur rot.

Die rote Fahne ist die Fahne der Arbeiterklasse. Okay, in der heutigen Zeit hat sich diese Klasse im Zeichen des technischen Fortschrittes geändert. Ich würde deshalb alle dazu zählen, die ihre Arbeitskraft verkaufen müssen.

Die rote Fahne entstand aus den Kämpfen der Arbeiterklasse für mehr Geld, für ein Mitspracherecht, für kürzere Arbeitszeiten, für mehr Sicherheiten am Arbeitsplatz und für das Blut, dass viele Gewerkschafter dafür gegeben haben. Deshalb ist sie rot. Wir sollten diese Toten nicht vergessen. Sie haben gekämpft für die Dinge, die wir heute Stück für Stück als Arbeitnehmer, als Gewerkschafter als SPD und (wo sie mit an der Macht ist) als die LINKE wieder preisgeben.

Eine kleine Anekdote dazu: Ende der Zwanziger Jahre, als auch durch die SPD der Arbeiterkampftag in die Säle verdrängt werden sollte, haben sich Arbeiterfrauen dagegen aufgelehnt. Sie zogen ihre Bettbezüge von den Betten ab und legten die roten Inletts in die Fenster um sie "zu lüften".

Mal war der Tag Feiertag, mal nicht. Im sogenannten 3. Reich wurde der Kampftag der Arbeiterklasse wieder Feiertag und er wurde in "Tag der nationalen Arbeit" umbenannt. Und unter diesem Titel - ohne national - gibt es ihn immer noch. Nur viele erinnern sich nicht daran, dass es ein brauner Name ist, der das  Ethos des deutschen Arbeiters feiern sollte.

"Tag der Arbeit" - dieser Name steht in der Reihe solcher Tage, wie Tag des Bleistiftes, Tag der Büroklammer, Tag des Kusses, Tag des was-weiß-ich-sonst-noch.

Wir haben vergessen, verdrängt oder wollen uns nicht mehr daran erinnern, was der 1. Mai eigentlich war und ist. Gewerkschaftsobere halten an diesem Tag Reden voller Pathos über gerechte Entlohnung am Arbeitsplatz und Gerechtigkeit in der Gesellschaft. Am Tag danach üben sie sich wieder im Co-Management oder finden den sogenannten flächendeckenden Mindestlohn in ein paar Jahren, der nicht flächendeckend ist und viel zu niedrig, als eine tolle Errungenschaft ohne dafür zu kämpfen, dass er für alle gelten muss.  Soll das erst wieder das Verfassungsgericht klar stellen. Die Gewerkschaften schämen sich übrigens für ihre Niedriglohnklientel und für die Arbeitslosen, wie ich kürzlich las. Sie wollen nicht nur durch sie erkannt werden, sondern für ihre "tolle" Arbeit mit denen, die noch eine Arbeit haben, die sie auch ernährt.

Was soll man außerdem von einer Partei "Die Linke" halten, deren Parteivorsitzende fordert, dass der zum "Tag der Arbeit" mutierte Kampftag, umbenannt werden sollte. Um Himmelswillen (der kann zwar nichts dafür) nicht in Kampftag der Arbeiterklasse, sage ich dazu. Frau Kipping meinte, dass die Menschen sich nicht mehr allein durch ihre Arbeit definieren würden. Die Menschen würden lieber für vergnüglichere Dinge demonstrieren. Okay, wir eventen lieber, machen einen Flashmob, der zwar vernüglich ist, aber niemanden stört. Störe meine Kreise nicht.*

Und Frau Kipping hat auch noch einen Namensvorschlag: Tag der Gerechtigkeit. An dieser Stelle merkt man, wie unser Bildungs- und Meinungsmachesystem funktioniert. Mich schmerzt es und ich hake diese Partei unter "schön-wäre-es-gewesen-eine-linke-Partei-zu haben" ab. Frau Kipping hat sich dazu in der WELT geäußert. Und ihre Äußerungen verraten, dass sie sich noch nie mit dem geschichtlichen Inhalt des Kampftages der Arbeiterklasse auseinander gesetzt hat.Wofür haben Ihre Vorgänger gekämpft wenn nicht auch für Gerechtigkeit? Und welcher Arbeit"nehmer" definiert sich nicht auch über die Arbeit? Sie gewährt ihm seinen Lebensunterhalt und ohne Arbeit wird man Bürger 2. Klasse, für den das GG kaum noch gilt. Ohne durch seine eigene Hände Arbeit ist Freiheit eine Worthülse, ist die Freiheit ein Gauck. 

In der Vergangenheit habe sich bei großen Demonstrationen zum ersten Mai gezeigt, dass die Menschen zunehmend für eine gerechte Verteilung von Lohn und Arbeit und für Freizeit sowie soziale Sicherheit auf die Straßen gingen: "Das ist sexy, und da kann man auch mit den Kindern hingehen, ohne dass die sich beim Latschen langweilen.", lt. Frau Kipping und Welt.
Was nun ist anders geworden? Von Anbeginn der Geschichte des "Kampftages der Arbeiterklasse" wurde auch für Gerechtigkeit gekämpft. 

Der Tag soll SEXY werden! Es fehlen dabei nur noch die Femen als zeitgemäßes Beiwerk.

Frau Kipping eine Frage: Wie definiert sich Gerechtigkeit? Welche Gerechtigkeit? Gerechtigkeit für wen und was fällt alles unter Gerechtigkeit? Haben wir alle das gleiche Gefühl von Gerechtigkeit? Langzeitarbeitslose bewerten Gerechtigkeit sicherlich ganz anders, als diejenigen, die Hauptsache Arbeit um 5:00 Uhr aufstehen und trotzdem nicht über die Runden mit was weiß ich wievielen Jobs kommen bis zu denjenigen, die mit mehreren Millionen Euros im Jahr von unserer Hände Arbeit leben? Fühlte sich nicht auch ein Herr Höneß auf der gerechten Seite, als er meinte, sein Geld nicht versteuern zu müssen? Es für sich selbst zu nehmen? Sich nicht für Deutschland verantwortlich zu fühlen? Herr Höneß ist dabei nur die Spitze des Eisberges.

Und warum finden viele Kinder es zu langweilig auf einer Demo? Sie sind verbildet worden und nur wenige Eltern kümmern sich um deren politische Aufklärung. Sie wollen oft selbst nicht aufgeklärt werden. Hauptsache der Euro rollt. Oder auch nicht. Dann ist man doppelt leise.

Im Lied über die Rote Fahne heißt es: Die Fahne ist niemals gefallen, so oft ihre Träger auch fielen ... 

Sie ist gefallen!

Das Lied mit Hannes Wader. HIER

*wird Archimedes zugeschrieben.


PS: Nachtrag: Sommer hat zwar gegen den nicht flächendeckenden Mindestlohn bei seiner 1.-Mai-Ansprache gewettert, aber er hat ja seine Verantwortung abgegeben. Da lässt es sich schön wettern. Als das Gesetz diskutiert wurde, hat er brav den Mund gehalten. Ich erinnere mich an keine Streiks, an keine Kundgebung, an keine lauten Diskussionen zum sogenannten Mindestlohn von Seiten der Gewerkschaft. Ich erinnere mich nur an das Lob, dass in Deutschland nun ein Hungermindestlohn irgendwann eingeführt werden soll, den die Gewerkschaft gefordert hat.