Freitag, 28. November 2014

Ich war ein Kind. Ein Kind, verdammt!“

In Deutschland geboren, abgeschoben, dabei wie Verbrecher behandelt. Das ist das Deutschland, wie es sich heute darstellt.

Ein Deutschland, das sich für einen christlichen Staat hält, Parteien, die das "C" - also das Christliche - in ihrem Namen tragen oder sogar das Wort "sozial".

Im Fernsehen laufen Bilder, die zeigen, wie brave Bürger, statt nach oben zu den Verursachern der sozialen Misere in Deutschland zu schauen, nach unten treten. Brave Bürger, die sich mit Neonazis zusammenrotten und gegen Menschen sind, die noch ärmer sind als sie und die in Angst und Bange leben müssen. Es hilft nicht, wenn sie Schilder zeigen: Wir sind keine Nazis. Wer sich ins Wasser begibt darf sich nicht darüber beklagen, dass er nass wird. Noch schlimmer sind die "Wir sind das Volk"-Rufe, da sie nicht an die Führungsschicht in Konzernen und Regierung gerichtet sind. Nur DORT würden sie einen Sinn ergeben.
Brave Bürger, mutieren zu Blockwarten und Aufseher, wie wir sie aus unserer Geschichte kennen, um Abgeschobenen jegliche Würde zu nehmen.

"Die Würde des Menschen ist unantastbar"

Haben die braven Bürger diesen Satz völlig vergessen? Gehört er nicht mehr zu deren Sprachschatz oder wird die Würde des Menschen eingeteilt in Inländer und Ausländer?

Ein Mensch ist kein geldwertes Wesen. Ein Mensch ist ein Mensch. Der Westen hat vergessen, dass ein Mensch etwas Kostbares ist - entgegen seiner eigenen Kultur, die er immer wie eine Fahne vor sich herträgt und dahinter völlig anders handelt. Der Westen kann lesen, aber nicht mehr verstehen.

Ich bin kein Christ, aber ich kann diesen Papst nur unterstützen, der die Umkehr zu den christlichen Werten in der Gesellschaft verlangte. Nur leider, den sogenannten christlichen Staaten sind die Papstworte völlig egal. Sie wollen Geld sehen und nichts anderes als Geld und sie werden auch nichts anderes als Geld bekommen (ein etwas geklauter Satz von Star Wars) bis es ihnen aus den Ohren herauskommt und sie nichts mehr, als Geld haben.

Ich mag Erdogan nicht, aber wo er Recht hat, hat er eben Recht, wenn er sinngemäß meinte, dass jene, die von außen in die islamische Welt kämen, Öl, Gold, Diamanten und billige Arbeitskräfte mögen sowie Zwist und Streit unter den Völkern. Er hält den Westen den Spiegel vors Gesicht und der Westen schäumt vor Wut, dass jemand es gewagt hat - und dazu noch ein sogenanntes Schwellenland - ihre wahre Natur öffentlich darzustellen.

Die Flüchtlinge, die an Deutschlands Türen klopfen, sind unsere Flüchtlinge. Durch den Westen zerstörte Staaten, amerikanische Luftangriffe oder Schlimmeres geschieht. Die USA privatisieren vielfach ihre Kriege und Söldnerbrigaden kämpfen in Ländern, was wir gar nicht so genau wissen. Terroristen werden hoffähig gemacht, wenn sie gegen missliebige Staatenführer kämpfen, ohne darauf zu achten, dass man Terroristen nie beherrschen kann. Sie haben ihre eigenen Ziele, die sie immer verfolgen, ob sie nun von den USA und/oder der NATO gesponsert werden oder nicht. Der Westen produziert damit Völkerwanderungen, Flüchtlinge, entwurzelte Menschen und sehr viel Leid. Sie kommen zu uns, um dem Leid, was die westlichen Staaten woanders produziert haben, entkommen zu können. 

Teile und herrsche! So kann man unwürdige Bedingungen, in der Flüchtline hausen müssen - auch Familien mit ihren Kindern - die Schuld in die Schuhe schieben, wenn aus der Enge und der Langeweile heraus Menschen aggresive werden. 

Omas fürchten vergewaltigt zu werden ... Das es blonde Frauen fürchten, wundert mich nicht, sie sind eben auch oft blond im Geist. Sie meinen, dass Familienväter nur darauf warteten, ihnen ihre vermeintliche Unschuld zu nehmen.  Im Mittelalter hatte man oft Juden unterstellt, dass sie kleine Kinder essen. Das initiierte vielfach Pogrome gegen diese Menschen. Irgendwie scheinen wir im Mittelalter hängen geblieben zu sein.

Es sind unsere Flüchtlinge, weil die braven Bürger nicht dagegen demonstrieren oder demonstriert haben, dass die Bundeswehr unser Land irgendwo auf der Welt angeblich verteidigt. Das GG zieht enge Grenzen dafür und es schert nur wenige Bürger, dass das GG laufend gebrochen wird.

Lese selbst jeder dieser durch "Pro Asyl" verbreiteten Text von Minire Neziri, den ich auf den Nachdenkenseiten fand.

Juni 2005. Ein schöner, warmer Monat. Ein Monat, wie jeder andere auch. Aber für uns auch ein Monat voller Angst. Angst, dass es passiert. Dass wir zurückmüssen. Zurück in ein Land, das ich nur vom Hörensagen kannte, denn das Licht der Welt hatte ich in Deutschland erblickt. Es war ein Montag. Ich hatte mich nach der Schule mit meiner besten Freundin zu einer Fahrradtour verabredet. Wir fuhren den langen Weg bis zum großen Einkaufszentrum, schlenderten eine Weile durch die Klamottenabteilung und besuchten anschließend eine andere gute Freundin. Wir sprachen über Mädchenkram, aßen Eis und amüsierten uns. Dann sagte meine beste Freundin plötzlich: „Ich glaub ich sterbe, wenn du irgendwann abgeschoben wirst.“

Witzig, dass es nur ein paar Stunden später tatsächlich passierte. Ironie des Schicksals. Ich lache heute noch drüber. Am Abend saß ich zu Hause mit meiner Familie und sah fern. Schon seit einer Weile übernachteten wir Dienstags immer bei einem Onkel, da man hörte, dass die Abschiebungen immer Mittwochs und Freitags, in den frühen Morgenstunden stattfanden. Aber es war Montag. Also schliefen wir zu Hause. Zum letzten Mal.

Meine große Schwester lebte seit einer Weile mit ihrem sieben Monate alten Sohn bei uns, besaß aber zwei Straße weiter eine eigene Wohnung. Und in genau dieser Wohnung schlief mein Vater seit einigen Wochen. Paranoid? Nein, eher nicht. Man ist nicht paranoid, wenn jede Nacht das passieren kann, vor dem man so große Angst hat ... Weiter auf der Website.




Montag, 24. November 2014

Wir sind das Volk

Dagegen ist nichts zu sagen. Diesen Spruch schreien Leute aus Dresden und wahrscheinlich Umgebung jeden Montag heraus. Wir sind das Volk!

Nun sollte man denken, dass sich dieser Ruf gegen eine Regierung richtet, die unser Geld verschwendet. 

Man sollte denken, der Ruf richtet sich gegen die Regierung, die es zulässt, dass die Demokratie immer mehr abgebaut wird.

Man sollte denken, der Ruf richte sich gegen die Regierung, deren Liebe nur den Konzernen gilt und die das Volk übergeht.

Man sollte denken, der Ruf richte sich gegen die Ausspionierung weiter Bevölkerungsteile, gegen die Verarmung per Gesetz, gegen die Ausbeutung des Menschen durch den Menschen, sprich der Konzerne, dagegen, dass arme Leute, die immer zahlreicher werden, nicht diskriminiert werden, dagegen, dass der Spalt Ost-West sich kaum geschlossen hat,  gegen die Konzerne, die Gesetze forumulieren, die die Regierung nur noch abnickt, gegen die Überflüssigmachung des Parlamentes, gegen Kriegseinsätze und man könnte noch viel mehr "gegen" finden.

Aber nein, die braven Bürger dort ziehen gegen noch ärmere Menschen durch die Straßen. Und die braven Bürger machen gemeinsame Sache mit den Neonazis. Diese braven Bürger regen sich über angebliche Zuwendungen für Flüchtlinge auf, obwohl sie die Gesetze gar nicht kennen. Sie regen sich auf, dass angeblich die Arbeitsplätze durch die Flüchtlinge weggenommen werden, auch in Unkenntnisse der Gesetze. Sie wollen auch gar nicht über die gesetzlichen Grundlagen aufgeklärt werden, die das Leben der Flüchtlinge, die voller Hoffnung zu uns kommen, reglementieren. Ich habe es oft vergeblich versucht. Es ist diesen braven Bürgern schlichtweg egal, was die Wahrheit ist. Sie haben die BILD in sich aufgenommen und die sagt eben die Wahrheit. Da unsere Regierung sich nicht gegen die BILD stellt, muss ja etwas an dem Gelabere dort dran sein.

Und wo finden wir unseren Freiheitspastor Gauck? Er fiel ja bisher durch immerwährendes Freiheitsgesäusel auf. Er, obwohl er selbst erst zur DDR-Opposition stieß, als es schon klar war, wohin die Richtung geht und die neuen Parteien und Organisationen schon längst legal arbeiteten, aber trotzdem lässt er sich als Freiheitsstatue feiern. Ich will jetzt nicht wiederholen, dass die Freiheitsstatue innen hohl ist, aber ich kann es mir einfach nicht verkneifen, diesen Satz hier unterzubringen.

Wo ist unser Freiheitspastor Gauck. Kriege, die Deutschland unmittelbar und mittelbar führt, deutet er um in Demokratiebringung in andere Länder um. Leider geht es aber dort nur um Zerstörung und Raub von Bodenschätzen. Solch heere Ziele wie Demokratie für alle, sind bei ihm nicht vorgesehen. Er trommelt die freiheitliche Keule der Glorifizierung der mörderischen "Arbeit" von Soldaten. Er hat auch kaum etwas für Arbeitslose und alte Menschen übrig. Sie sollen froh sein, in Freiheit leben zu können. 

Wo bleibt unser Freiheitspastor Gauck? Immer muss er seinen Senf dazugeben, auch wenn der Senf nicht sein eigener ist und er tunlichst schweigen sollte.

Er ist ruhig. Er sagt nichts zu diesen rassistischen Montagdemos. Ich habe noch im Ohr, dass er sich mal vor Jahren darüber aufgeregt hat, dass Menschen, die soziale Forderungen habe und die Montagsdemos wieder aufleben lassen wollten, diesen Spruch missbrauchen würden. Wir leben ja in Freiheit. Da kann ich mir wieder nicht verkneifen einen geklauten Satz unterzubringen, der sinngemäß lautet, dass der Arbeiter doppelt frei sei, frei an Eigentum (Produktionsmittel) und persönlich frei, frei seine Arbeitskraft anbieten zu müssen, um nicht zu verhungern. So ähnlich hat es Marx ausgedrückt.

Wann höre ich die Stimme des Freiheitspastors Gauck gegen den alltäglichen Rassismus und den immer zahlreicher werdenden rassistischen Demos, denen sich auch die braven Bürger anschließen?

Wieso höre ich nichts von dem Freiheitspastor Gauck, wenn ausländische Mitbürger in unseren Städten verprügelt werden. 

Wieso sagt ein Freiheitspastor Gauck nichts gegen die geschönten Statistiken, die uns einreden wollen, dass es uns gut gehe. 

Wieso kommt er nicht in die Städte, in die Dörfer und Gemeinden, die keine Arbeitsplätze mehr anbieten können, aber ihre Arbeitslosen dazu verdonnern sich unendlich oft auf nichts zu bewerben?

Wieso sagt der Freiheitspastor Gauck nichts, dass es immer mehr Menschen immer schlechter geht, dass immer mehr Kinder in die Armut fallen, dass es nicht genügend Lehrstellen gibt, obwohl die Statistik immer das Gegenteil sagt? Und warum spricht er nicht Klartext, dass die Unternehmen eben mit den Menschen vorlieb nehmen müssen, die in der Region leben, dass sie diese zu qualifizieren haben.

Wieso sagt der Freiheitspastor nicht endlich, dass die Schuldenbremse der Fluch der Länder, Städte und Gemeinden sind? 

Wo steht ein Herr Gauck? Bei den Antirassisten, Antifaschisten und armen Bürgern?  Wenn er wirklich dort stünde, wäre er sicherlich kein Bundespräsident mehr. Aber, er sollte dann generell sein Freiheitsgeplappere einstellen!

Menschen, die sich in die Ecke gedrückt fühlen, die nichts oder kaum etwas zu verlieren haben, sollte man ernst nehmen. Immer ärmere Wohnstätten, immer mehr Menschen ohne Perspektive. Dort setzen die braunen Rattenfänger an. Die ideologische Grundlage ist die BILD.

Wieso höre ich nichts von Herrn Gauck? 

 










Die natürliche Rolle?

Mutter sei die natürliche Rolle und alles andere sei gegen die Natur. Nun atmen Männer in aller Welt auf. Endlich wird den Weibern ihre wahrhafte Rolle gezeigt. Das wurde ja mal Zeit, dass sie auf den Boden der Tatsachen unsanft zurückgeholt werden.

Na, nicht so schnell mit dem Aufatmen. Der Ausspruch stammt von Erdogan und die Natur als solche ist natürlich eine islamische.

Also, man merke auf: Natur = Islam oder Islam = Natur!

Alles was vor Jahrhunderten von einer in Stämmen lebenden Gesellschaft festgelegt wurde, ist Natur, ist Islam. Nein, auch nicht ganz richtig. Mohammed selbst hat festgelegt, dass eine Frau nur Mutter sein darf. Alles andere ist wider der Natur des Weibes. Ob das Mohammed so gesagt hat, weiß ich nicht, aber ich glaube mal Erdogan, zumindest in dieser Sache. Ansonsten hätte er sich die Rolle von Allah/Mohammed angeeignet. Was mich eigentlich auch nicht wundern würde. Männer haben in der Geschichte sich schon immer als Gott gegeben besser gefühlt.

Wenn es nicht so traurig wäre, könnte man sich schier auf die Oberschenkel klopfen und laut lachen. 

Aber die christliche Kirche hat das genau so gesagt. Bei ihnen ist Natur = katholisch/evangelisch, orthodox oder andersherum gedreht.

Wie sich die Bilder doch gleichen.

Heutzutage ist diese Ansicht bei Männern hier auch noch nicht überwunden. Viele geben es zu, manche nicht, denken es aber.

Frau als nur Mutter. Wieso? War der Mann nicht an der Zeugung beteiligt? Heißt es nicht besser, dass die Erziehung von Kindern Familiensache ist? Ist es nicht für Mädchen und Jungen besser, wenn sie auch einen Vater haben, der sich liebevoll um sie kümmert?

Im Islam scheinen sich die Männer zu fein für eine liebevolle Kümmerrolle zu sein. In unserer westlichen Kultur waren und sind sich auch manche Männer zu fein, diese Rolle zu übernehmen. 

Warum aber sollten die Männer nicht auch liebevolle Väter sein?

Im Mittelalter war die Rolle der hochgestellten Dame, Kinder zu gebären und die der hochgestellten Männer Kriege zu führen und ihren Einfluß auf die Ländereien anderer zu erweiterten .

Wir leben aber nicht mehr im Mittelalter. Zwischenzeitlich hat es im Westen die Aufklärung gegeben und eine technische Revolution, die die Frauen als Arbeiterinnen brauchten.

Was das Mittelalter beim Rückblick auch bewiesen hat, dass Politik oftmals von den Frauen gemacht wurde. Meist standen sie hinter ihren Männern und machten von dort Politik und manches Mal standen sie allein da und mehrten den Reichtum ihres Lehens. Sie machten das sehr gut.

Es gab auch genügend Frauen, die Ärztinnen waren. Die Schule von Salerno war in dieser Beziehung berühmt.

Und war das gegen die Natur? Ich habe kürzlich Folgendes gehört: Eva hat als erste den Apfel der Erkenntnis gekostet. Stimmt! Dummerweise hat sie den Apfel der Erkenntnis auch Adam zukommen lassen. Das war ihr größter Fehler. Damit hat sie den Grundstein zu ihrer Knechtung gelegt. 

In der Frühzeit der Menschen waren Mann und Frau gleichberechtigt. Sie hatten zwar unterschiedliche Aufgaben, aber sie waren nicht schlechter als Männer gelitten und beide waren zuständig, dass ihr Stamm nicht hungern musste. Es gab die Göttinnen der Erde, der Fruchtbarkeit, die äußerst wichtig waren, die das Gedeihen und Prosperieren ihres Stammes in der Vorstellung  der damaligen Völker förderten 

Mit dem Monotheismus wurden die weiblichen Göttinnen verdrängt. Wir Schwestern haben da nicht aufgepasst und unser Minderwertigkeitsurteil unterschrieben. Dass es auch schon damals Ausnahmen von der Regel gab, steht nicht zur Debatte. Schließlich gibt es immer Frauen, die nicht einsehen wollten, warum sie dieses oder jenes nicht machen dürfen, nur weil sie eben Frauen sind. Ist auch widersinnig. 

Ich habe bei meinen Reisen immer wieder gedacht, wie arm doch eine Gesellschaft ist, die ihre Frauen in den Häusern einsperrt. In Marokko sah ich Männer in den Abendstunden gelangweilt vor den Kaffeehäusern sitzen und auf die Straße starren. Gähn. In anderen islamischen Ländern auch.

Als ich dieses Jahr im Herbst in der Türkei war, ist mir aufgefallen, wie sich die Türkei verändert hat, sogar in Istanbul. Vor ein paar Jahren habe ich gerade in Istanbul kaum Frauen mit Kopftüchern und sehr, sehr selten mit Ganzkörperschleier gesehen. Die Zeiten sind vorbei! Mir fielen die Frauen mit Ganzkörperschleier auf, die man jetzt sehr oft sehen kann. In Istanbul! Vor ein paar Jahren konnte man als Touristin in die Blaue Moschee noch ohne Kopftuch gehen. Jetzt ist das Kopftuch Pflicht und man darf auch nicht mehr durch den Haupteingang gehen, sondern wird durch einen tunnelähnlichen Gang irgendwo an der Seite hineingeschleußt. Nackige Arme dürfen nicht mehr sein. Dann muss man ein mantelähnliches Ding anziehen. Ich finde sehr ecklig, weil den dann ohne Reinigung viele Touristinnen und Touristen (ja auch Männer) sich überhängen. Aber ich bereite mich bei einem Besuch einer Moschee immer mit meiner Kleidung und einen Kopftuch darauf vor. Mehr als Kopftuch akzeptiere ich nicht! Warum auch - nur weil ich eine Frau bin?

Was sagt Erdogan dazu? Er meint, dass Mütter etwas ganz Besonderes seien. Okay, das sind sie schon. Nur, wenn man etwas ganz Besonderes ist, gehört es sich nicht, das Besondere ins Haus einzusperren, es unterwürfig zu halten oder (wie ich selbst bei mir im Wohnviertel erlebt habe) den Mann um Erlaubnis fragen zu müssen, wenn ein Kohlrabi eingekauft werden muss. So geht man nicht mit etwas ganz Besonderem um, sondern mit Sklaven. Das ist der Hintergrund der islamischen Frau (wenn sie nicht zur Oberschicht gehört). Falls sie sich als Besonderes empfinden würde, würde sie ihren Mann dran erinnern, dass sie keine Sklavin sei. Eine Religion, die Frauen das zumutet, ist keine gute Religion.

Wohin gehst du Türkei? 

Sie wird immer mehr ein islamischer Staat. Und wieder steht dort auf der Tagesordnung, die Hagia Sophia von einem Museum in eine Moschee zurückzuverwandeln. Irgendwann über kurz oder lang, werden die Dogmatiker gesiegt haben. Auch der Verkauf von türkischen Fahnen mit dem Atatürk Porträt ist zurückgegangen.

Wir schreiben das 21. Jahrhundert. In der christlichen Kirche gärt es. Menschen sehen nicht mehr ein, dass sie auf irgendetwas festgelegt werden sollen, nur weil sie z.B. katholisch sind. Menschen sehen nicht ein, dass sie ein anderes Arbeitsrecht tolerieren sollen, nur weil sie in katholischen Einrichtungen beschäftigt sind, die auch durch Steuermitteln aller am Leben gehalten werden. 

Auf der anderen Seite wird immer noch im Namen von Religion Krieg geführt. Sicherlich haben die Kriegsparteien die Religion so hingebogen, dass der Bodensatz der Menschheit andere terrorisiert. Nur sollten sie nicht das Wort "Gott" in den Mund nehmen, wenn sie als Todeschwadron herumziehen und alles töten, was nicht wortwörtlich wie sie denkt. Ich erinnere an Kenia, wo fast 30 Menschen getötet worden sind, weil sie nicht den Koran lesen konnten. Ich denke, dass die Meldung nicht ganz in Ordnung ist, weil der Koran eigentlich auswendig gelernt wird. Arabisch können auch viele Muslime nicht lesen. So werden sie das Glaubensbekenntnis des Islam mündlich vorgetragen haben müssen. Aber das ist nicht der Punkt. Man hat gemordet. 

Diese Mörderbanden sollten auch nicht das Wort "Gott" im Munde führen, wenn sie ihre eigene Kultur zerstören. Es wird, wenn vielleicht irgendwann mal der Krieg in Syrien beendet ist, kaum noch Kulturgüter geben. Auch unsere westliche Geschichte als Linie in die antike und vorantike Kultur wird damit zerstört. Nur, wenn man nicht mehr weiß, woher man kommt, hat man auch keine Zukunft. Und wir haben nicht das Recht dazu, Krokodilstränen darüber zu weinen. Ohne den Westen hätten Mörderbanden in den Islamischen Ländern nicht so stark werden können.

Eigentlich sollten Religionen den Menschen zivilisieren und Frieden lehren. Diesen Anspruch hat die Religion nicht erfüllt. Sie wurde instrumentalisiert und ad absurdum geführt.

Der Westen entwickelt sich mittlerweile zurück in die Arbeitswelt des 19. Jahrhunderts und parallel dazu die islamische Welt in den Konservatismus.  

Heute im 21. Jahrhundert leben manche freiwillig, andere gezwungnermaßen nach den Regeln alter Stammesgesellschaften. Wie lange noch?









Samstag, 22. November 2014

Ist Thüringen ein Meilenstein?

Ich bin kein Freund linker Regierungsbeteiligungen. Warum? Genau an dieser Stelle zeigt DIE LINKE, dass sie eine Partei wie jede andere ist. In der Regierungsbeteiligung wird sie "entzaubert", wie das die anderen Parteien ausdrücken. Und genau DAS wollen SPD und Grüne. Steinmeier und Özdemir haben in der Vergangenheit immer wieder darüber gesprochen. Die LINKE hat in einer Regierungsverantwortung kein Alleinstellungsmerkmal mehr. Sie wird nicht mehr den Finger in die Wunden, die der Demokratie in diesem Land zugefügt wurden, legen können.

Denken wir nach: Was wurde nicht schon mit Hilfe der Linken in den Landtagen durchgewunken. Erst sind sie z.B. mitverantwortlich für den Verkauf der Dresdner städtischen Wohnung und dann lamentieren sie darüber, dass der Finanzinvestor die Mieten hochschraubt und er sich nicht mehr an Einzelheiten des Vertrages hält. Wem wundert das? Offenbar die Linkspartei.

In den verschiedensten Bundesländern des Ostens war die Linkspartei schon mit an der Macht. Sie hat im Prinzip genau das gemacht, was jede andere Partei in Deutschland auch tut, wenn sie an der Macht ist. Privatisiert ... Stellen abgebaut ... und vieles mehr.

Zuerst werden Posten und Pöstchen verteilt und dann merkt man, dass die Länder nichts Wesentliches zu entscheiden haben, schon gar nicht im Sinne der Bevölkerung. Die Schuldenbremsen machen es unmöglich zu investieren, was zumindest, wenn sie es denn wollten, auch den einheimischen Mittelstand etwas Einkommen ermöglichte. 

Sie beschließen ebenso mit, dass Fördermittel in irgendwelche obskuren "Friedliche-Revolutions- Objekte" versenkt werden, statt in Projekte, die den Bürgern zu Gute kommen. Ich habe mal den Chef der Leipziger Stadtratsfraktion der Linken gefragt, warum sie das Geld an dieser Stelle mit verschwenden. Antwort - Kurz gesagt - : Sie haben Angst vor den anderen Parteien, weil sie sich aus der SED heraus gegründet haben. Angsthasen kann man nicht wählen.

Nun will Bodo Ramelow Thüringer Landgraf werden, falls er alle Stimmen auf seinen Namen vereinen kann. Wie man hört, will die CDU-Lieberknecht-Pastorin auch kandidieren. 

Und was hat die SPD und die Grünen bewogen einen linken Landgraf zu akzeptieren? Mal ganz abgesehen von den winkenden Posten und Pöstchen. Ramelow hat einen Kniefall gemacht, wie eben ein Landgraf vor seinen Lehnsherrn. Lehnsherren sind hier und heute die Parteien, die sich bürgerlich nennen. 

25 Jahre - also ein Vierteljahrhundert - nach der Grenzöffnung in Berlin müssen die Linken immer noch die DDR als Unrechtsstaat bezeichnen, um im großen Spiel mitspielen zu dürfen. Und sie machen das komischerweise auch anstandslos. Warum? Eine logische Erklärung gibt es dafür nicht. 

Die alte Bundesrepublik hat keine ihrer damaligen Parteien aufgefordert den Hitlerstaat als Unrechtsstaat zu titulieren. Und das war wirklich ein Unrechtsstaat, wenn ich das mal ganz zahm ausdrücken will. Nicht nur das, sondern alte Nazis, die Schandurteile gefällt hatten oder in hohen Positionen des sogenannten 3. Reiches arbeiteten, führten ihre Tätigkeiten nahtlos in der damaligen Bundesrepublik weiter aus. KZ-Baumeister begleiteten hohe Ämter in dieser sogenannten parlamentarischen Demokratie der alten Bundesrepublik und auch andere, die tief verstrickt im Völkermord waren, mussten keine Angst haben, ohne ökonomische Grundlage dazustehen. 

Und solche fordern einen gewählten Abgeordneten dazu auf, etwas, dass seit 25 Jahren vorbei ist, noch zu diskreditieren? 

Sicherlich gibt es verschiedene Sichtweisen auf die DDR. Ich möchte ihn nicht als Unrechtsstaat bezeichnen. Seine Gesetze im zivilen Bereich waren gar nicht so weit vom bürgerlichen Gesetzesbuch entfernt, aber für jeden Bürger verständlich. Schüsse an Grenzen auf Flüchtlinge gibt es auch in unserer schönen westlichen Zivilisation, die ihre sogenannten Werte so hoch hängt, dass niemand sie mehr erreichen kann. Wir lassen Flüchtlinge ertrinken, schießen auf sie, lassen sie hungern, ihre Häuser anzünden, diskriminieren sie usw. usf. Es ließe sich dazu ein neuer Post schreiben.

Und noch etwas: Bezeichnet die Bundesrepublik Deutschland sich etwa als Unrechtsstaat, weil sie Teile der eigenen Bevölkerung diskriminiert hat, nur weil sie in linken Organisationen oder der KPD waren? Wieso ging das Verbot der KPD so einfach und ein Verbot der NPD wird nicht oder nur widerwillig verfolgt, ohne dass man Fortschritte sieht? Ist es nicht Unrecht, dass ein Pfarrer und seine Frau - auch Pfarrerin - keine Lehrtätigkeit mehr nachgehen durften, nur weil sie die DDR besucht hatten? So passiert bei unseren Hausnachbarn als ich in RP wohnte. Ist das kein Unrecht gewesen? Das Pfarrerehepaar war außerdem Teil der Friedensbewegung. Auch in der Bundesrepublik Deutschland gab und gibt es Gerichtsverfahren, die politisch motiviert sind. Ich denke da an den Jugendpfarrer von Jena z.B. Es gibt auch noch andere.

Bezüglich von Recht und Unrecht, hat man sich gegenseitig wohl nichts vorzuwerfen. Die alte BRD und auch die DDR - jeder hatte seine Leichen im Keller. Nur war die DDR nie an Völkermorden und Kriegen beteiligt. Ist das etwa ein Unrecht?

Und wer spioniert im allergrößten Maße seine eigene Bevölkerung aus, flächendeckend, was die Stasi als Klub alter Strickdamen erscheinen lässt.

Welchen nächsten Grund wird es geben, damit Ramelow wieder vor seinem Lehnsherrn kniet? Wenn ich das erste Mal das Knie gebeugt habe und meine Überzeugung verraten habe (falls er eine hat), muss ich immer wieder das Knie beugen. Und immer weitere meiner Überzeugungen werde ich auf den Müll werfen müssen.

Ist es das wert? Sollte man diesen Preis bezahlen, nur um Landgraf zu werden?

Wie sagt meine "Hexe der Wildnis": Die Leute beugen viel zu schnell ihr Knie! Die Dragon-Age-Entwickler wussten das auch schon.

Und welches Ergebnis erhofft sich Ramelow von seiner geistigen Verbiegung? Er wird scheitern. Er wird seine Partei bis zur Unkenntlichkeit verbiegen müssen.  Und das nur wegen einer Strategie, einer Taktik? Nur damit Gysi sagen kann, dass er es sich hat nie träumen lassen, dass es eine Regierung mit einem Regierungchef der Linken in den deutschen Ländern gibt und das er es sowas von Gut findet?

Die Linke wird scheitern. Die Zeit in Deutschland ist noch nicht freundlich zu linken Ideen.




Sonntag, 9. November 2014

Mauerfall

Durch Zufall entstanden ... gefeiert wie ein Popstar ... vergessend, dass danach die DDR-Wirtschaft platt gemacht wurde ... vergessend, dass die westlichen "Retter" nur die Kundenkartei für ihre Zwecke haben wollten ... 

vergessend, dass seit dem das Bildungssystem dem der Westländer angeglichen wurde und man sehr viel weniger, sehr viel ungründlicher lernen kann ... vergessend, dass Mensch zu Humankapital degradiert wurde ... vergessend, dass die Lebensleistung der DDR-Bürger auf ein "Nichts" gedrückt wurde ... vergessend, dass man erzwungener Maßen seine Ausbildung über Bord werfen musste und muss, um einer Zwangsverpflichtung der Hartz-Gesetze folgen zu müssen, wenn man nicht verhungern will, da Lebensmittelgutscheine nur eine kann-Bestimmung sind ... 

vergessend, dass die damalige Berufsausbildung eine wirklich gute war, mit Verantwortung für den Lehrling und der Verantwortung die Lehrlingen übertragen worden sind je nach Ausbildungsstand ...

vergessend, dass eine gute Arbeit ohne Mobbing, ohne das Ausquetschen der Mitarbeiter wie eine Zitrone, mit wirklichen Aufstiegschancen für viele und ein weitgehend sorgenfreies Leben weggeworfen wurde ...

vergessend, dass Bananen, Smartphone und PKW die Teile des Lebens sind, die unwichtiger nicht sein könnten ...
 
vergessend, dass wir unsere Ausbildung verraten haben oder verraten mussten ... vergessend dabei, dass wir den DDR-Medien immer misstrauten und Lügen erkannten und diese Eigenschaft heute bewusst verdrängt haben ...

vergessend, dass die Regierung und die Medien nur das Sprachrohr derjenigen sind, die alle Produktionsmittel besitzen. Ein närrischer 3-%iger Anteil an Aktien ist nur Augenwischerei ... 

vergessend, dass der Überbau - wie Regierung und Justiz sowie Medien - immer zur jeweiligen ökonomischen Basis gehört ... vergessend, dass man einen anderen Überbau nicht ohne Änderung der ökonomischen Basis haben kann ...

vergessend, dass es nur ganz wenige DDR-Bürger gab, die Widerstand gegen die DDR geleistet haben und sehr viele im letzten Moment, als es schon klar war wohin der Weg geht (also noch im Spätherbst des Jahres 1989) auf den fahrenden Zug gesprungen sind und sich jetzt als Widerstandskämpfer gerierten.

vergessend, dass Widerstand gegen die DDR nicht identisch ist mit dem Murren über nicht vorhandene Konsumartikel oder nur schwer zu erstehenden Konsumgütern ...

vergessend, dass DDR-Spitzensportler bewusst Pillen eingenommen haben, um erfolgreich zu sein oder überhaupt im Leistungssportbereich zu bleiben, auch wenn sie es heute abstreiten ... vergessend, dass IMMER die Möglichkeit bestand ohne Weiteres seine sportliche Laufbahn zu beenden, wenn man keine Pillen nehmen wollte ...

vergessend, dass man kein DDR-Opfer war, wenn man seinen Trainer liebte und es nur geheimhalten musste, wenn der verheiratet war. Fremdgehen - egal in welcher Gesellschaft - hängt man eben nicht an die große Glocke ...

vergessend, dass Freiheit nichts mit Kreuzchenmachen zu tun hat ...

Also heben wir das Glas auf 25 Jahre Mauerfall und betäuben uns mit Alkohol, weil wir die kleinen Wahrheiten nicht wahr haben wollen, weil die kleinen Wahrheiten lästig sind und uns von der westlichen Bevölkerungsmehrheit und deren Medienhoheit trennen. 

Wir wollen Mainstream sein! Wir wollen nicht abseits stehen! Eine Lüge da und dort hilft uns dabei.*



*) Wir und uns - wer ist das? Jeder, der will oder unter dieser Prämisse handelt oder gehandelt hat, weil er zur Mehrheitsgesellschaft gehören will und damit seine eigenen Überzeugungen über Bord geworfen hat. 



 

Freitag, 7. November 2014

Renitente Lokomotivführer

Was war das nicht für ein angesehener Beruf - früher. Mit weißen Handschuhen dirigierte er den Zug. Auf seinem Grabstein konnte stehen: Hier ruht Oberlokomotivführer a.D. Das gab es wirklich. Kleine Jungs bekamen damals glänzende Augen, wenn es um Loks ging und viele von ihnen wollten Lokomotivführer werden oder wurden es auch. Sie waren wer. Sie waren kein Blaumann, sondern etwas Besseres, wie sie dachten. Sie verkauften zwar auch ihre Arbeitskraft, aber man schenkte ihnen Beachtung und anerkannte ihre Berufsehre.

Berufsehre? Was ist das? So höre ich heute viele Menschen fragen. Und unsere Beherrscher haben in ihrem ganzen erbärmlichen Leben noch nie etwas davon gehört. Sie haben keine Ehre - sie haben immer nur Geld, viel Geld, mit dem sie uns knebeln, mit dem sie die vorherrschende Meinung bestimmen, die wir haben sollen. Sie zeigen nicht ihren Wert, sondern nur ihren Wohlstand, den sie für Gott gegeben halten.

Und damit ging es mit jedem Beruf abwärts. Jeder Beruf wurde nur danach taxiert, wie weit er heruntergewirtschaftet werden kann und trotzdem Gewinn für einige Wenige auf deren Konten spülen könnte. 

Zurück zu unseren Lokführern. 

Sie halten das Leben vieler Hunderter Menschen in ihren Händen. Gibt man ihnen nicht genug Ruhe, so kann es fatale Auswirkungen auf unser aller Leben haben. Gibt man ihnen nicht Arbeitszeiten, wo man Beruf und Familie unter einem Hut bringen kann, hat auch dies fatale Auswirkungen auf die Gesellschaft. Familienfeste, Freunde ... alles steht mehr oder weniger unter Vorbehalt. Keine Zeit! Schließlich muss der Lokführer die Lok führen. Schließlich beginnt sein Dienst irgendwann zu irgendwelchen eigentümlichen Zeiten und seine Dienstzeit beginnt nicht immer dort, wo sein Heimatlokschuppen ist, sondern irgendwo zwischendurch auf einem Bahnhof mitten auf der Strecke, die er zu fahren hat. Familie? Nebensache! Zeit? Wieso? Schließlich gehört der Lokführer zur Maschine, schließlich ist er Humankapital. Und das verkraften nicht so sehr viele Menschen, vor allem diejenigen, die schon seit vor der Wiedervereinigung Deutschlands diesen Beruf ausübten. Psychische Krankheiten und Alkoholismus ist dort auf den Vormarsch. Leider.

Und nicht nur die Arbeitszeiten wurden verdichtet, bzw. computeroptimiert, wie man so verschleiernd sagt, sondern Löhne wurden gesenkt, auch durch Mehrarbeit ohne Ausgleich. Der Lokführer wurde zur Maschine, angekettet an eine Maschine und ausgebeutet durch eine Konzernführerschaft, die Geldjunkies sind und nach mehr schreien. 

Der Heroinsüchtige erkauft sich durch Kleinkriminalität seine tägliche Rauschgiftdosis. Die Vorstände der Bahn machen es ähnlich. Sie senken die Löhne, erhöhen die Fahrpreise, wirtschaften die Gleise herunter, damit so viel wie möglich von ihrem Rauschgift - das Geld - auf ihren Konten sich anhäufen kann. Messies verhalten sich ähnlich.

Weiterhin zog die Leiharbeit auch bei Lokführern ein. Leiharbeiter sind noch billiger. Deren Kosten fallen nicht unter die Lohnkosten, sondern sind Kosten wie jede andere Art von Kosten, z.B. ein Fahrzeugkauf. 

Wenn man sich dann vorstellt, dass wir auch mit diesen Lokführern fahren, dann könnte man sich schon große Gedanken über die Sicherheit unseres Schienenverkehrs machen, egal ob staatlich auf AG getrimmte Bahn oder Privatbahn. Lokführer müssen ihre Strecken mehrmals unter Aufsicht abfahren, damit sie Streckenkenntnis erhalten. Diese Streckenkenntnis muss immer wieder aufgefrischt werden - eigentlich.

Und nun erlauben sich die Lokführer zu streiken. Was denkt sich so ein Lokführer, wenn er einfach nur sein grundgesetzliches Recht in Anspruch nimmt und durch Streik eine Verbesserung seiner Lebensverhältnisse erstreiten will. Das wird uns tagtäglich untergejubelt. Und mit Häme wird darauf verwiesen, dass der Gewerkschaftsführer Morddrohungen erhält. Selbst dran schuld. Wie wir alle, wenn wir es nicht vom Tellerwäscher zum Millionär geschafft haben. Dabei sind die eigentlichen Drahzieher, die hysterisierten, sabbernden Medien, die ein Klima des Hasses auf und der Verachtung von Menschen erst schaffen, angestiftet von ihren Geldgebern. Wie weit soll die Verrohung unserer Bevölkerung denn noch gehen? Ich will darüber nicht spekulieren, aber jeder sollte sich darüber Gedanken machen.

Nun meine irgendwelche Reisenden, dass das eine Frechheit wäre. In den Mund wurden ihnen solche Worte von den sogenannten Qualitätsmedien gelegt. Eine wahrhaft tägliche Hetz- und Schmutzkampagne wird über diese GDL-Gewerkschaft ausgekippt.  Sicherlich habe ich Verständnis für Menschen, die auf den Zug angewiesen sind und der dann nicht kommt, weil gestreikt wird. Nur wieso schreien sie nicht die Vorstände der Bahn AG an?

Erinnern wir uns an einen großen Streik der GDL. Die Jahreszahl habe ich vergessen, ist auch nicht wichtig. Schon damals war Hetze gegen die Lokführergewerkschaft angesagt. 

Der Tenor damals: Was bilden sich die Lokführer ein, für sich bessere Arbeitsbedingungen zu erstreiken. Sie wollen diese Verbesserungen nur für sich und nicht für das Zugbegleitpersonal. Das ist eine Unverschämtheit. Das Zugbegleitpersonal gucke in die Röhre, weil die Lokführer so egoistisch wären.

Upps. Also damals war es schlecht, Zugbegleitpersonal nicht mit einzubeziehen. 

Upps. Heute ist es schlecht, wenn das Zugbegleitpersonal in der Gesamtheit von der GDL vertreten werden soll.

Was denn nun?

Wieso gießen die Leute keine Schmutzkübel über die Vorstände der Bahn aus? Wieso sagt ein ehemaliger Gewerkschaftsführer, dass die GDL die Forderung nie bei der Bahn durchbekommen wird?

Was für eine Einstellung hat dieser Ehemalige? Weil die Bahn das nicht will, soll die Forderung der Gewerkschaft gleich gestrichen werden? Weitergedacht heißt das: Wenn die Bahn überhaupt nichts mehr für besser Arbeitsbedingungen und mehr Geld für ihr Personal will, dann streiken wir einfach nicht mehr. Es hilft ja sowieso nicht. Okay andere Gewerkschaften handeln schon Jahre nach dieser Methode. Man nennt das Sozialpartnerschaft. Partnerschaft an einer Stelle, wo es nie Partnerschaft geben kann. 

Was passiert eigentlich wirklich? Die Bahn AG stellt sich quer und geht überhaupt nicht auf die Forderung der Lokführer ein. Die GDL ist gezwungen zu streiken, da sie nicht wie die Doofen da stehen wollen. Was verständlich ist. Der Bahn sind die Reisenden, die nicht vom Fleck kommen pipegal. Die Bahn, als sie privatisiert wurde, hat sich immer mehr von den Reisenden weg entwickelt, ganz vorsichtig ausgedrückt.

Dazu kommt noch eine andere Handlungsebene. Schon seit letztem Jahr oder sogar noch früher, liegt eine Gesetzesänderung in den Schubladen der Regierenden (unserer Regierung möchte ich nicht sagen, weil das nicht stimmt). Bis jetzt konnte dieses Gesetz nicht verabschiedet werden, weil wir uns schließlich mehr oder weniger immer vor Wahlen befanden, die die CDU gewinnen wollte. Das Gesetz soll Streiks eindämmen, mit den Segen des DGB. Kleine Gewerkschaften sollen schachmatt gesetzt werden. Wo fängt die kleine Gewerkschaft an und mit welcher Größe endet sie? Ist das nicht der Einstand, alle Gewerkschaften zurückzudrängen, damit jeglicher Streik in Deutschland zur Folklore verkommt?

Nun haben die Wähler in Deutschland es den Herren da oben ganz leicht gemacht. Sie haben so gestimmt, dass die SPD wieder in die Regierung gespült werden konnte. Und nun kann eine SPD-Ministerin Antistreikgesetze in den Bundestag einbringen und dafür verantwortlich sein, dass sie angenommen werden. Für Gesetze gegen die Mehrheit der Bevölkerung des Landes ist immer die SPD zuständig.

In trauter Zweisamkeit von Bahn und Regierung - speziell Frau Nahles von der SPD - haben sie einen Streik sich so aufblähen lassen, damit mit medialer Unterstützung dieses Gesetz durchgepeitscht werden kann.

Unsere Bevölkerung, die sowieso mehrheitlich dagegen ist, dass es anderen Bevölkerungsteilen vielleicht ein bisschen besser gehen könnte als ihnen selbst, lässt sich munter mit vor den Karren spannen und kräht mit. 

Hat sich schon mal jemanden von denen einen Kopf gemacht, dass damit das wirkliche Ende der Gewerkschaften - egal ob groß oder klein - eingeläutet werden soll?

Dann viel Vergnügen mit der Diktatur! Aber scheinbar wollen viele Menschen nur in Diktaturen leben oder volkstümlicher gesagt: im Hotel Mutti, bemuttert von einer Freiheitskämpferin, die unserer Regierung vorsteht und dem Kapital untersteht.