Donnerstag, 3. Juli 2014

Mindestlohn! Mindestlohn? Flächendeckend?

Es wurde abgestimmt. Der geforderte flächendeckende Mindestlohn ist kein flächendeckender. Die SPD steht mal wieder als Lügner da. Aber das dürfte ja nichts Neues sein. Es ist Gesetz in der SPD die Hans Jedermanns und Lieschen Müllers zu betrügen. Das beweist die Geschichte der SPD eineindeutig. 

Und unsere Andrea Nahles setzt noch einen drauf, in dem sie meint, dass keine Branche vom Mindestlohn ausgeschlossen bleibt. Okay, die Verlegerbranche ist also keine Branche. Was ist sie dann? 

Ich habe mich mal in die Neocons hineingedacht. Wenn ich also einer wäre, würde ich aller 3 Monate einen neuen Praktikanten einstellen, den ich dann mit nen Appel und nen Ei abspeisen kann. Ich würde auch Langzeitarbeitslose aller halben Jahre austauschen. Heutzutage ist das bei den meisten Arbeitsfeldern nicht allzuschlimm, da auch Bürotätigkeiten in Module zerlegt wurden und wie am Fließband abgearbeitet werden können. Am liebsten wären mir aber die 17jährigen. Die sind billig, willig, können geheuert und gefeuert werden und brauchen nur ein Taschengeld zu bekommen. Schön. Bauer ist auch toll. 8,50 für Erntehelfer abzüglich Schlafen und Essen. Da kann ich den Lohn ganz locker auf 1,50 EUR herunter rechnen. Eine Matraze, bisschen zu Essen aus der Maggitüte - fertig!

Dann lassen wir mal etwas Wasser die Elbe hinunterfließen. 8,50 erst ab 2017! Solange dürfen sehr viele Branchen den sogenannten Mindestlohn hinauszögern. Das ist noch lange hin und da kann in der Zwischenzeit soviel passieren ...

Also wurschtelt Deutschland so weiter, wie es wurschtelt, bis es zerbröselt ist. Die Asozialen aus der sogenannten feinen Gesellschaft bekommen weiterhin Zucker in den Hintern geblasen.

Und - wenn ich mal abschweifen darf, obwohl das streng genommen auch mit dazu gehört. Ökonomen wundern sich, dass die Unternehmen kaum investieren. Ihnen ist ein Rätsel, warum das so ist, habe ich kürzlich irgendwo gelesen. Die Wissenschaftler sollten sich ihr Lehrgeld wieder zurückgeben lassen. Doof gewesen - nix gelernt - doof geblieben. 

Aber zurück zum Thema. Und da sind wir beim Springerverlag. Die Freundschaft der Friede Springer mit dem Hosenanzug hat Früchte getragen: Man muss schließlich auf seine Freunde zugehen. 

Und was hat die Linke gemacht. Sie hat sich enthalten. Ich persönlich finde die Begründung dessen seltsam und es bleibt ein fader Geschmack zurück und nicht nur ein fader Geschmack. Es fühlt sich nicht richtig an - eben falsch. Der Fortschritt ist eigentlich nur ein ganz minimaler. Viele Menschen, die ihre Haut zu Markte tragen müssen, bleiben dabei außen vor. Wenn das - wie überall rauf und runter erzählt wird - ein Anfang sein soll, wieso ist es dann kein Anfang, sondern ein Irgendwas mit zig Ausnahmen? Und so einen Anfang kann man sich irgendwohin stecken. 

Die Gewerkschaften wettern zwar über Pressemitteilungen, aber Pressemitteilungen sind geduldig. Was macht die Gewerkschaft, wo z.B. Verlage organisiert sind? War die zwischenzeitlich irgendwann mal auf der Straße? Hat sie gestreikt? Und warum haben die anderen Gewerkschaften Tarifverträge unter diesem schäbigen 8,50 abgeschlossen, die dann auch noch eine lange Laufzeit haben?

Ach ja, Proteste organisieren. Da inszenieren wir doch lieber öffentlich eine Leichenschau. Für den sogenannten Mindestlohn könnte man sogar noch Public Viewing sagen. Für den Fußball wäre es dann doch eher eine Watch-Party.