Sonntag, 21. Juni 2015

Am Tag der Flüchtlinge ...

... wurde in Deutschland über den Flüchtling an sich gesprochen.

Das muss der Neid uns lassen. Deutschland kann prima Gedenktage begehen und damit die Geschichte verschleiern. 

Da werden die Opfer der NATO gleich gestellt mit den Opfern Nazideutschlands. Mit bewegter Stimme erzählt eine Sudetendeutsche (ich glaub, sie war von dort), was für Kriegsgräuel sie als Deutsche in ihrem Heimatort durch die Alliierten (es waren sicherlich Russen) erdulden musste. Ich habe bei diesen Sätzen sofort weitergezappt. Man kann das nicht mehr hören.

Bei aller Liebe. Ich glaube das dieser Frau, dass es für sie furchtbar war. Nur, sie hatte das auszubaden, was Deutschland an Verbrechen in Europa während des 2. Weltkrieges begangen hatte. Was sind schon die paar deutschen Vertreibungsopfer, wenn man sich anschaut, dass Millionen von Menschen ermordet worden sind, weil sie Deutschland im Wege standen oder nicht dem arischen Bild der Nazis entsprachen. Deutschland hatte eine riesengroße Fluchtwelle jüdischer Menschen, Gewerkschafter, Linker, Christen und anderer Menschen, wie Künstler und Humanisten ausgelöst, deren Heimat im sogenannten 3. Reich nicht mehr ihre Heimat sein durfte.

Diese Frau - ich unterstelle ihr keine Bösartigkeit - verniedlicht mit ihrer Klage darüber, was sie erdulden musste, die Kriegsverbrechen der deutschen Faschisten und ihrer Mitläufer. 

Sie ist in keinster Weise vergleichbar mit dem heutigen Leiden der Balkanvölker, der Iraker, der Syrer, der Lybier der Afrikaner, die durch das Mittun des Westens oder das Anstacheln von Konflikten durch den Westen,  aus ihre Heimat flüchten mussten. Sie flüchten vor den islamistischen Kopfabschneidern, die durch den Westen finanziert worden sind. Wir hören jeden Tag von Flüchtlingsschiffen. Das ist aber nur ein kleiner Teil, der hier in Europa ankommt. Riesige Flüchtlingslager befinden sich in den Nachbarländern der zerstörten Länder - vom Westen zerstört oder die Zerstörung wurde vom Westen in Kauf genommen. 

Ja, es ist schlimm, was den Passagieren der Gustloff wiederfahren ist. Ja, es ist schlimm, dass zum Ende des Krieges Flüchtlingstrecks als Zielscheiben herhalten mussten. Nur, was haben die Deutschen denn erwartet, wenn man Völker in ihrem Namen massakriert? Kein Mensch ist so gütig wie Jesus, der dem Angreifer, der ihn geschlagen hat, auch noch die andere Wange hinhält. Kein Mensch!

Es tut mir leid. Aber es gibt immer Ursache und Wirkung, das ist in der Naturwissenschaft so und die Gesellschaften funktionieren auch so.

Deutschland ist Meister in der Verschleierung von Ursache und Wirkung. Kein Flüchtling ist gleich dem anderen, wenn man dieses einfache Wirkprinzip anwendet. Es ist immer Wichtig, die Ursache der Flucht zu verstehen. Deutschland will das anscheinend nicht.






Der hat uns die deutsche Einheit gebracht

Geschichte ist ein verflixtes Ding. Sie wird immer von Siegern geschrieben. Es werden Menschen in einen geschichtlichen Zusammenhang gestellt, die es nicht verdient haben, dort zu stehen. Und sie werden sogar für Dinge geehrt, die sie nicht bewegt haben.

W. Schäuble ist so ein Mann. Er hat den Point-Alpha-Preis erhalten und soll Architekt der deutschen Einheit gewesen sein und der EU.

»Der Point-Alpha-Preis wird für Verdienste um die Einheit Deutschlands und Europas in Frieden und Freiheit verliehen. Er wird in nicht fest terminierten Abständen vom Kuratorium Deutsche Einheit e.V. (KDE) vergeben und ist mit einem Preisgeld von 25.000 € dotiert. Der Preis ist nach dem ehemaligen US-Beobachtungsstützpunkt und heutigem Mahnmal Point Alpha an der hessischen innerdeutschen Grenze benannt. (Wikipedia)«

Wie gesagt: Geschichte wird von Siegern geschrieben und spült Personen hoch, die kein Anrecht darauf haben, geehrt zu werden.

Wer hat die Grundlagen für die deutsche Einheit gelegt? Nicht ein Herr Schäuble. Das waren die Bürger und Bürgerinnen der DDR, die ihr System verbessern wollten. Sie haben für einen besseren Sozialismus demonstriert. Viele jedenfalls - bis sie von den Konsumhabenwollern übertönt worden sind, assistiert von CDU/CSU und NPD sowie Republikanern. 

Was hat Herr Schäuble getan? Er hat die DDR-Bürger über den Tisch gezogen. Er hat wirtschaftlichen Betrieben und sozialen Unternehmungen Schulden aufgebürdet, die sie - im westdeutschen Sinne von Schulden - nicht hatten, weil das Geldsystem der DDR ein völlig anderes war. Ein Herr Schäuble ist der Architekt dafür, dass das Volksvermögen der Ostdeutschen völlig hemmungslos privatisiert wurde und viele Ostdeutschen zu Almosenempfängern gemacht wurden. Er hat die westdeutschen Sozialkassen geplündert mit der Folge, dass Westdeutsche den Ostdeutschen vorwarfen, dass sie von ihrem Geld leben würden. Dann mussten wir alle, egal ob Ost oder West für uns selbst einen sogenannten Soli-Zuschlag zahlen, der wiederum in die Kassen vornehmlich westdeutscher Konzerne gespült wurde. 

Es war immer das gleiche neoliberale Gehabe: Volksvermögen wird gestohlen, um es privaten Millionären und Milliardären ins Maul zu stopfen.

Das gleiche macht er jetzt in der Europäischen Union. Er verrät den europäischen Gedanken. Europa ist nur Europa, wenn es sein Europa ist, das mit deutscher Vorherrschaft. Er baut dieses Europa auf soziale Kälte aus. Wo die Bürger bleiben, ist im völlig schnuppe. Die können - wie in Griechenland - eben krepieren, wenn sie das Krankenhaus nicht bezahlen können. Hauptsache, das sogenannte "solidarische unter-die Arme-greifen" spült Gelder in die Kassen von Banken. Kein Grieche hat je etwas von dieser Solidarität gesehen. Er hungert vielfach dafür - auf Geheiß von Schäuble. Diesem kleinen, verbiesterten Rollstuhlfahrer sind die Normalos völlig egal. 

Die Blaupause seines neoliberalen Handelns beginnt in Ostdeutschland, wo er sich langsam vortastete bis er rigoroser wurde und die kleinen Leute Griechenlands dran glauben mussten. Er wird nicht damit aufhören. Spanien, Portugal, Italien ... alle können sich darauf "freuen" unter seiner Fuchtel zu verarmen und noch dazu verhöhnt zu werden, als faules südländisches Pack. Dazu hat er die Medien fest im Griff, um das Image der südlichen Europäer zu zerstören.

Wer die EU als Partner hat, braucht keine Feinde mehr. Die deutsche Überheblichkeit macht alles kaputt. In zwei Kriegen haben wir es selbst gemacht, jetzt befehlen wir es nur und die armen mit wirtschaftlichen Problemen kämpfenden europäischen Länder müssen sich selbst zerstören. 

Wenn das keinen Preis wert ist. 

Übrigens, man sagt über ihn, dass er einen scharfen Verstand hätte. Das kann er aber meisterhaft verbergen. Keine Volkswirtschaft kann ohne privaten Konsum wachsen. Stehle den Menschen das Geld und die Volkswirtschaft wird den Bach hinunter gehen. Die Schwerreichen können mit ihren Konsum den Verfall nicht aufhalten. Die Masse macht es nämlich. Nur das scheint für diesen kleinen badischen Hinterwäldler-Verstand zu filigran gedacht.

    

Samstag, 20. Juni 2015

So wird es nicht gehen - Teil 2

Heute habe ich in Gedanken(v)erbrechen den Artikel: "Du hast keine Wahl - aber geh wählen" gelesen

In meinen Artikel "So wird es nicht gehen" habe ich schon darüber geschrieben, dass die Parteien eine Kommission bilden wollen, die eruieren soll, warum die Menschen nicht wählen gehen und nicht einmal ansatzweise auf den Gedanken kommen, dass ihre Politik daran schuld sein könnte. Gedanken(v)erbrechen widmet sich dieser Thematik auf andere, ähnlicher Weise. Meine Empfehlung für diesen Artikel

Aber, ich komme jetzt einfach mal zum Punkt. Hervorragend fand ich neben dem Artikel vor allem den Kommentar von Braman. Den letzten Teil des Kommentars möchte ich besonders hervorheben:
 
»Das Kapital hat den Klassenkampf gewonnen, das Proletariat hat dafür Smartphones bekommen um schon mal zu üben, den ganzen Tag mit gesenktem Kopf zu verbringen und ja nicht in Versuchung zu kommen, selber zu denken!

MfG: M.B.«

Total auf den Punkt gebracht!


Freitag, 19. Juni 2015

Wo wird in der EU zuerst geschossen?

»Griechenland angesichts derartiger Entwicklungen hinter den Kulissen nicht mit Unterstützung von Geheimdiensten und Militär auf ein Worst-Case-Szenario vorbereitet. Wer wissen will, wie dies aussieht und was uns am Ende des griechischen Hinhalte-Dramas erwartet, sollte sich vor allem die Bilder der jüngeren Vergangenheit aus Ägypten ins Gedächtnis rufen: Dort hat ein Militärregime auf blutige Weise die Macht an sich gerissen und dafür gesorgt, dass das Land unter internationalen Investoren inzwischen als demokratiefreier und krisensicherer Geheimtipp gilt.« Weiterlesen: HIER

Ein lesenswerter Artikel, der denen aus dem Herzen spricht, die noch ein Füncktchen Gehirn zum Nachdenken in ihrem Kopf besitzen und nicht nur auf die nächste irre APP schauen.

Dazu auch: High Noon für Griechenland 

Dazu passt auch die Meldung, die ich irgendwo las (hab vergessen wo), dass ein großer Teil Deutscher sich nicht mehr traut nach Griechenland in den Urlaub zu fahren. Das haben wir Merkel und dem kleinen bösartigen Rollstuhlfahrer zu verdanken. Ich habe es selbst mit Engländern auf einer Urlaubsreise erlebt. Wir mussten erst Vorurteile abbauen und uns gegen Merkel positionieren, damit sie uns nicht schnitten und uns wenigstens grüßten. Wir sind gezielt auf das Verhalten Deutschlands angesprochen worden und darauf, ob Deutsche schon wieder einen Krieg beginnen wollten. Das ist uns das erste Mal so ergangen, eben seit Merkel und Co. die EU an die Wand fahren und ihre Vorherrschaft in ihr so penetrant zur Schau stellen.

Samstag, 13. Juni 2015

Aus dem großen Zeh - in 6 kurzen Zeilen

Auf Google News gibt es eine Schlagzeile von Focus-Online, die aber gerade in ihrer Abkürzung die Wahrheit zeigt.

+++ Griechenland Krise +++ Varoufakis hofft auf Bluff: "Merkel denkt nicht mal ... Dem Link bin ich dann nicht gefolgt, weil die gekürzte Überschrift alles aussagt.

Mehr Wahrheit geht nicht. Die verkürzte Überschrift trifft genau den Punkt - haargenau.

MERKEL DENKT NICHT MAL!

So wird es nicht gehen!

Das Wahlvolk ist mal wieder zu blöd. Sie begreift nicht einmal, was die Regierung uns Gutes antun will. Da wir zu dämlich dafür sind, Reformen als für uns ein freudiges Ereignis zu feiern, dachten die Parteien schon daran, volkstümlicher mit uns zu sprechen. Vielleicht in dem Stil: So! Muss Technik. 

Wie sonst?

Nun sind wir auch noch zu blöd, das Wahlverfahren zu begreifen. Wir Bürger kennen uns mit Erst- und Zweitstimme nicht aus (was bei einem kleinen Teil durchaus so ist), deshalb überlegt man in den Parteien, sie in Kandidaten- und Parteienstimme umzubenennen.

Als ob das an der Situation der Menschen in Deutschland etwas ändern würde. 

Ansonsten will man erforschen, warum immer weniger Menschen zu Wahl gehen. Ich fabuliere einmal. Man nimmt sich dazu eine Agentur und die verlangt eine Wahnsinnssumme an Steuergeldern dafür, den Parteien zu sagen, dass wir nicht den Sinn der Erst- und der Zweitstimme erkennen würden. Was sollte anderes herauskommen.

Schon der Ansatz, das Wahlsystem als zu kompliziert zu erachten (was durchaus in einigen Kommunalwahlen der Fall ist), zeigt, wie die Parteien ticken. Ich staune - weil ich wahrscheinlich immer noch blauäugig bin - dass sich DIE LINKE diesem Keine-Ahnung-warum-die-Leute-nicht-wählen-gehen-Reigen anschließt. Sie müsste doch wenigstens das Ohr an der Masse haben.  Aber sie scheint auch immer mehr die Bodenhaftung zu verlieren und nur nach dem Mitregierung - komme was wolle - gieren.

Die Parteien sollten sich doch mal die Frage stellen, wer denn gewählt werden könnte. Wo die Unterschiede der Parteien sind. Auf welche Wahlprogramme man sich verlassen kann.

Pah, nun siehts aber schlecht aus.

Welcher Unterschied besteht denn nun zwischen CDU-SPD-Grüne? Die Hauptrichtung ihrer Politik ist gleich: Beschneidung der Arbeitnehmerrechte, die Lüge von der wahnsinnig guten Arbeitsmarktpolitik, das Hurra zu HarztIV, die Lüge des boomenden Binnenmarktes, der Sparzwang, der jegliche Investitionen in das Volksvermögen verhindert, die Abzocke der Bürger, Ausspionierung von Bürgern, Aushebelung des Versammlungs- und Demonstrationsrechtes, des Streikrechtes, Einsatz einer Schlägertruppe und sicherlich auch Provokateuren bei Demonstrationen gegen den Demokratieabbau und anderer wichtiger Themen, wo der Bürger nicht mehr gehört wird, Kriminalisierung jedes Bürgers und damit Umdrehung des juristischen Rechtes, dass jeder zuerst als unschuldig gilt, bis das Gegenteil bewiesen ist ... Ach, wenn ich überlege, würde mir noch viel mehr dazu einfallen. Die LINKE macht zwar gute Oppositionsarbeit, aber wehe, sie ist irgendwo in den Ländern mit in der Regierung, dann macht sie absolut keine neue revolutionäre Politik, sondern genau das gleiche wie CDU-SPD-Grüne. Die Parteienpolitik ist immer nur marginal unterschiedlich. Eines weiß jeder Bürger: Die Politik wird IMMER gegen ihre Interessen gemacht und Wahlprogramme sind Makulatur, wenn der Bürger sein Kreuzchen im guten Glauben gemacht hat.

Warum sollten sich dann noch eine Vielzahl von Menschen dazu hergeben, Kreuzchen in bestimmten Abständen zu machen. Kreuzchen machen ist weit weg von Demokratie. Und viele wollen eben kein Stimmvieh mehr sein - zurecht. Mit Wahlen ändert man gar nichts, da CDU-SPD-Grüne an Marionettenleinen einiger Weniger hängen und nur Politk für diese machen. Schließlich wollen die ihre Fleischtöpfe nicht verlieren. 

Lenin schrieb, dass die Parlamente der bürgerlichen Demokratie Schwatzbuden wären. Sie sind es. Wahlen verändern den grundsätzlichen Widerspruch von gesellschaftlicher Produktion und privatwirtschaftlicher Aneignung nicht. Ehe dieser Widerspruch nicht aufgelöst wird, müssen die Menschen noch einen langen Weg gehen, der sie immer tiefer in den Abgrund bringen wird.

Es gibt für das Land keine Verfassung, sondern nur ein Grundgesetz, was man immer ergänzen und verändern kann. Gesetze sind rangniedriger als eine Verfassung, da kann man erzählen, was man will. Nicht ohne Grund, stand im Grundgesetz, dass bei einer Wiedervereinigung Deutschlands, eine Verfassung zu erarbeiten sei. Und nun verstecken sich Politiker dahinter, dass der Ostteil "beigetreten" wäre und wir deshalb nicht wiedervereinigt worden sind, es ergo auch keinen Grund gäbe, sich eine Verfassung zu geben. Was soll man von solchen Schmierenpolitiker halten?

Die meisten Menschen in Deutschland sind es müde, sich immer wieder die Sprechblasen und die Lügen von Parteien und Regierung anhören zu müssen. Sie haben es satt, dass diese Demokratie faktisch zu einer Einheitsregierung mutiert ist und dadurch die Demokratie aushebelt. Die meisten Menschen sind es müde, dass SIE immer als Sündenbock herhalten müssen, wenn das 1% der Herrschenden Mist baut. Sie sind es leid, immer wieder und immer wieder hören zu müssen, wie gut es ihnen doch gehen würde, wobei die Zahl der Armen immer weiter wächst und der Mittelstand sich im Sinkflug befindet. Man kann Deutschen nicht erzählen, dass sie in einem der reichsten Länder der Erde leben und froh sein sollen, nicht wie Inder hungern zu müssen. Das ist Propaganda. Sie sind es leid, als Arbeitsvieh herhalten und noch dabei um ihre spärlichen übrig gebliebenen Rechte bangen zu müssen. 

Wie soll man Menschen erklären, dass sie wählen gehen sollten, wenn Geheimgerichte installiert werden, die jeglichen parlamentarischen Willen für Null und nichtig erklären können. Warum soll der Bürger wählen, wenn sein Wille mit den Füßen getreten wird?

Wie soll man Menschen erklären, dass sie wählen gehen sollten, wenn sie mit jeder neuen Regierung keine Gerechtigkeit erkreuzen können, sondern nur noch mehr Erniedrigung, mehr Abgaben, mehr Abbau an Demokratie erhalten. Wieso sollen Menschen wählen, wenn sie dennoch nur Kriege, mehr Waffen und weniger Soziales dafür erhalten. Der Vertrag zwischen den Bürgern und ihrer Regierung ist schon seit Langem aufgekündigt worden. Das haben zwar noch nicht alle Bürger mitbekommen, aber sie werden es. Konsum kann Menschen nur für eine Weile ruhig stellen. Neue "Feinde" kann man per BILD nur für einen gewissen Zeitraum den Menschen einhämmern. Irgendwann ist Schluss mit Lustig im Kasten und sei der Weg noch weit.


Dienstag, 9. Juni 2015

Die Weltenretter in Aktion

Die G7 ist vorbei. Das Geld hätte man besser für Investitionen innerhalb Deutschlands verwenden sollen, als es in den Wind zu pusten, um es einmal zivilisiert zu sagen. Mir fiele auch eine andere Metapher ein.

Laut Medien wurde darüber "beraten", wie man der Erde beibringen könne, damit sie die Temperaturen im Durchschnitt nur bis zu 2 Grad erhöhe und nicht darüber hinaus. Vielleicht hört die Erde ja zu - oder Gott oder Allah oder Buddha (der verkannte eigentliche Nichtgott) oder welche Götter auch immer sich im Himmel austoben sollen, wenn man denn es fertig brächte, einen Himmel überhaupt zu installieren.

Man will auch die Armut bekämpfen. Wieder einmal ... Zum wievielten Male denn nun eigentlich? Außer der Sprechblase "Armutsbekämpfung" ist nichts geschehen, immer nur das Gegenteil.

Bei der Armutsbekämpfung sollte Frau Merkel doch einmal in ihrem eigenem Land beginnen. Hat sie nicht - sogar vor Gott - geschworen, Schaden vom deutschen Volk abzuwenden? Gehört nicht auch dazu, dass ein Mensch hier in Deutschland menschenwürdig existieren kann? Anscheinend sieht Frau Merkel und ihr Gott das nicht so. Also, schenken wir uns am besten die Götter. Die werden sowieso immer nur angerufen, wenn der Politiker auf Erden nicht gewillt ist, zum Wohle der Bürger zu handeln.

12,5 Millionen Menschen sind - lt. paritätischem Wohlfahrtsverband - in Deutschland arm. Überdurchschnittlich stark ist die Armut seit 2006 bei Rentnern angestiegen. Die Zahlen sind überall zu googlen.

Ich habe versucht, die neueste Anzahl der Tafeln in Deutschland herauszubekommen. Die genaue Zählung hört 2003 auf. Ich habe auch beim Verband der Tafeln nur gelesen, dass es über 900 wären mit 3.000 Läden.

Und die G7 schwadroniert darüber, die Armut zu beseitigen ...

Sie kann gern in ihren eigenen Ländern damit beginnen und allen anderen zeigen, dass das möglich ist.

Vor 2 Jahren schrieb "Die Zeit" sinngemäß, dass die Tafeln für den sozialen Abstieg stehen und den dazugehörigen Ausschluss aus der Mehrheitsgesellschaft. 

Und da gibt es doch die vielen Ehrenamtlichen, die meinen, eine gute Tat zu tun, wenn sie das Almosensystem mit ihrer Arbeit unterstützen.

Mir fällt dabei immer der Pfadfinder ein, der eine gute Tat vollbringen will und die Großmutter über die Straße führt, über die sie gar nicht gehen will, aber das nur nebenbei.

Als Teil dieses Almosensystems muss der Ehrenamtliche nicht mehr über die Ursachen und die Verursacher der Armut in Deutschland und der Welt (es reicht schon in Deutschland) nachdenken. Es scheint ja auch keine App dafür zu geben. Es ist doch in den Augen vieler etwas wahrhaft Schönes, den Wohlstandsmüll an andere abzugeben. 12,5 Millionen Menschen sind also die Resteverwerter hier bei uns. Unternehmen entsorgen oft zu den Tafeln, weil es sie billiger kommt, als die Lebensmittel zu vernichten und sie außerdem noch ihr Image pflegen können: Wir sind so sozial. Sie sind es nicht, aber viele bekommen feuchte Augen. Der Gipfel für mich persönlich sind die Erfolgszahlen der Tiertafeln. Wirklich, ich gönne es Hundi und Mizi, schließlich müssen die auch etwas in den Magen bekommen. Die Frage sei doch erlaubt: Warum? 

Warum gibt es in einem eigentlich so reichen Land Tafeln für Mensch und Tier und für Medikamente?

Warum gibt es auf der anderen Seite Menschen, die von unserer Hände Arbeit leben, hochnäsig auf diese Hände herabblicken und voller Empörung sind, wenn sie mal ein paar Cent rüberreichen müssen, mal in die Portokasse greifen sollen und dem, der ihren Reichtum erarbeitet hat, teilhaben zu lassen. Die Streikergebnisse sprechen Bände davon. Sie sind nicht alluviel wert, wenn man mal die Erfolgsstorys, die die Medien daraus machen weg lässt und nachrechnet.

In Deutschland ist meist nicht mal die einfache Reproduktion der Arbeitskraft gewährleistet. Und nochmals: 12,5 Millionen in Armut. Dabei sind noch nicht mal die, die verschämt sind oder die knapp über den Median liegen und auch nicht mehr die einfache Reproduktion ihrer Arbeitskraft gewährleisten können, dabei.

Und es betrifft nicht nur die G7, ganz Europa verarmt immer mehr - gewollt. Es betrifft nicht nur Südeuropa auch die Länder Osteuropas, die zwischenzeitlich in der EU sind, weben auch am Hungertuch und gehen der Propagandablase Merkels auf den Leim, die meint, dass es Deutschland - sie meint die Bevölkerung - gut gehe, dass es eine so niedrige Arbeitslosigkeit wie noch nie gäbe. Sie vergaß dabei, dass die Arbeitslosenstatistik x-mal geändert wurde, dass keine Zahl mehr mit früher vergleichbar ist, dass man mit 1 Wochenstunde Arbeit, schon nicht mehr arbeitslos ist und sie vergaß zu erwähnen, was für Arbeitsplätze entstanden sind. Eigentlich bleibt dann von dem "uns geht es gut" kaum noch etwas übrig. Merkel vergaß es zu erwähnen und ein großer Teil der Bevölkerung glaubt ihr immer noch.

Wir sind nicht nur Exportmeister bei diversen - was eigentlich? Wird da von Finanzprodukten gesprochen, von wirklichen Gütern, von Dienstleistungen oder wie? Ich weiß es nicht. Und wird dabei berücksichtigt, dass bei einem Export von wirklichen Gütern, diese Güter wirklich aus Deutschland sind? Importieren wir nicht irgendwelche Produkte aus China, die wir dann in andere Länder exportieren? Zumindest auf dem Papier. Sie erst nach Deutschland zu kutschieren und dann z.B. nach Indien zu schicken, wäre vielleicht zu umständlich. Pappen die Chinesen nicht vielleicht ein "Made in Germany" gleich in China auf ihre Waren und wir übernehmen nur die Zahlen? Es ist nicht nur ein vielleicht. Man macht es so, ob  nur vereinzelt oder im großen Stil, weiß ich nicht. Zu vermuten ist - im großen Stil.

Wir wollen nun auch die Tafeln exportieren. Diese faulen griechischen Säcke sollen nun mit dem deutschen Erfolgsmodell "Die Tafeln" beglückt werden. So! muss Erfolg! - wenn ich mal einen Werbeslogan benutzen darf.

Erst setzt Merkel und Konsorten alles dran, dass in Griechenland die Mehrwertsteuer erhöht wird und die Renten und Löhne massiv gekürzt werden. Tausende von Menschen wurden zur Arbeitslosigkeit verdonnert. Und ja, Griechenland musste Listen vorlegen, wo drinnen stand, wieviel Arbeitsplätze bis wann vernichtet werden. Das Gesundheitswesen ist dort zusammengebrochen, der Binnenmarkt auch und ich kann mir denken, dass es den kleinen Mittelstand nicht mehr gibt. Dann klatschen eine Merkel und ein böser kleiner Mann im Rollstuhl freudig in die Hände und liefern das deutsche Erfolgsmodell "Die Tafeln" an Griechenland aus: Wir wollen euch doch helfen. 

Zynischer kann wohl kaum etwas sein.

Kosten des G7-Gipfels? Offiziell ca. 130 Millionen Euro!

Obama küsst Merkel und alle sind Freunde und freuen sich über ihre G7-Wohlstandsregion, in der immer mehr Amerikaner von Lebensmittelmarken leben müssen, aber auf der anderen Seite jemand über 16 Millionen Dollar hat, um nur ein Bild zu ersteigern. So wertvoll ist kein Bild!

Obama durfte bayerische Gemütlichkeit kosten und sich über sein alkoholfreies Bier freuen und ein paar Kilometer weiter, weiß eine Mutter nicht, wie sie ihr Kind einigermaßen gut den Monat über ernähren soll. 
 
Wie gut es uns doch geht!

Da haben die G-Siebener geprasst und ein paar Kilometer weiter hofft ein Mann, dass sein Kühlschrank im Sommer doch nicht kaputt gehen werde, weil er sich keinen neuen leisten kann.

Wie gut es uns doch geht!

Dafür werfen Unternehmen neue, noch Original verpackte Bildschirme in den Schredder, weil sie nicht die allerneuesten sind - und die G7 schwadronieren über Armutsbekämpfung. 

Wie gut es uns doch geht! 

Wie kaputt muss eine Gesellschaft sein, in der man dies alles machen kann? Und wie verdammt müssen sich die Menschen in so einer kaputten Gesellschaft fühlen? Sie reden sich ihre Situation schön oder verzweifeln daran.

"Der Krug geht solange zu Wasser, bis er bricht." Irgendwann ist es soweit. Der Krug hat schon arg viele Risse.