Dienstag, 24. März 2015

Von Besserwissern

Das Kind steht im Sandkasten. Es stampft mit seinen Füßen auf, trampelt, kreischt ... Ich habe recht ... ich habe recht ... ich habe recht! Das ist meine Burg ... das ist meine Burg ... das ist meine Burg!"Das Kind steht ziemlich allein auf weiter Flur. 

Seine Freunde sind schockiert, sind weinend oder einfach nur so weggelaufen. 

"Ich will nicht mehr mit der spielen!" Das hört man dann allerorten. 

Muttis - wirkliche Muttis - und Vatis müssen ihre Kinder beruhigen. 

"Ach mein Pieps, die hat es doch nicht so gemeint. Pass auf, morgen ist sie so allein, dass sie sich nach euch als Freunde sehnen wird." Im geheimen sind Mutti und Vati zwar nicht ganz davon überzeugt, aber man kann ja nie wissen.

Jeder kennt aus Kindheitstagen diese Situation. Im normalen Leben renkten sich die Freundschaften wieder ein. Kinder können vergessen, verzeihen und wieder gut Freund miteinander sein und vergessen, dass jemand den Sand, die Burg oder das Recht für sich allein reklamiert hat.

Wenn wir erwachsen werden, sieht die Sache schon etwas anders aus. Wenn wir dann älter werden, stellt sich der Altersstarrsinn ein.

Unsere nicht wirkliche Mutti - das Merkel - leidet inzwischen an Altersstarrsinn bar jeder Vernunft.

Sie soll im Spiegel gesagt haben, dass sie in der EU ziemlich allein stehe, aber das wäre ihr egal, weil sie recht habe.

Ohwei. Wenn schon jemand von sich denkt, dass nur er recht habe und alle anderen doof sind, dann scheint im Weltbild oder im Ego desjenigen irgendetwas nicht zu stimmen.

Da steht nun das Merkel, wie damals die Kinder im Sandkasten, trampelt mit den Füßen und meint, dass sie ein Ausbund an Weisheit wäre. 

Manches Mal überlege ich mir, wie sie doch so ihren Doktortitel erschrieben haben will. 

Sie will Naturwissenschaftlerin sein. Wissenschaftler - und zwar Naturwissenschaftler - zu sein, heißt, logisch zu denken. Sie muss aus einer gegebenen Situation Schlussfolgerungen ziehen, sie als These formulieren können und - das ist dann besonders wichtig - sie überprüfen. Ist die These richtig oder falsch. Wenn ich dazu nicht in der Lage bin oder das nicht will, sollte ich meinen Doktortitel abgeben, weil sie mit diesen Titel alle Doktoren in Sachen Wissenschaft (so heißt nämlich grob übersetzt ihr richtiger Doktortitel) diskreditiert. 

Schauen wir uns das Doktorchen einmal an. 

Deutschland geht es gut, schreit sie bei jeder passender Gelegenheit. Mit mehreren Millionen, 12,5 sollen es jetzt sein - armen Menschen, deren Zahl stetig steigt, ist diese These wohl nicht haltbar. Sie könnte das wissen. Die Zahlen liegen ihr vor.

Noch nie gab es so viele Menschen in Arbeit und so wenige Arbeitslose, gibt sie auch immer von sich. 

Hier sollte eine Wissenschaftlerin genau auf die Zahlen schauen. Woraus setzen sich die sogenannten Arbeitsplätze zusammen? Sind es Vollzeitarbeitsplätze? Oder nur Stundenjobs. Wieso wird jemand als nicht mehr arbeitslos bezeichnet, der nur 1 Stunde pro Woche irgend eine Beschäftigung hat. Arbeit kann man das ja nicht nennen. Wieso ist jemand nicht mehr arbeitslos, wenn er arbeitslos ist, nur weil er gerade krank ist, in privaten Vermittlungsakten steht oder in einer irgendwie gearteten - meist sinnlosen - Maßnahme steckt. Als Wissenschaftlerin sollte man sich da schon kundig machen. Die Zahlen sind da, sie muss sie nur wissen, lesen und verstehen wollen.

Griechenland muss sich reformieren, dass ist ihr Standardsatz. Okay, der ist nicht falsch. Nur, was versteht diese Wissenschaftlerin unter Reformen? Für sie zählen nur Reformen, die den Reichen zugute kommen. Das heißt, dass den normalen Menschen in Griechenland, die Luft zum Atmen genommen wird. Oder noch profaner ausgedrückt: Erst nimmt man den Menschen die Butter vom Brot und danach gleich noch das ganze Brot. Nur durch Reformen würde es den Griechen wieder besser gehen, wenn sie das Tal der Tränen durchschritten hätten, wohlgemerkt - ohne Brot.

Das Tal der Tränen ist mittlerweile ein Grab für die griechische Bevölkerung geworden. Die Selbstmordrate steigt unaufhörlich. Die Jugend ist mehrheitlich ohne Perspektive. Die meisten Menschen können es sich nicht mehr leisten krank zu werden, weil eine Mehrheit keine Krankenversicherung mehr hat. Das BIP sinkt, obwohl mal vor Monaten ein Wahnsinnshoch kreiert wurde. Man stelle sich vor, die Wirtschaftskraft ist wahnsinnig in die Höhe geschnellt, und die wahnsinnig hohe Zahl war unter 1. Dass diese Zahl auch noch durch andere Ursachen so war, wie sie war, wissen wir jetzt mittlerweile auch schon. Nur Frau Merkel nicht. 

Frau Merkel sind nicht die Zusammenhänge von Kaufkraft und Wachstum verständlich. Wenn ich ein ganzes Volk verarme, wie soll sich dann eine Volkswirtschaft erholen können. Nach dem 2. Weltkrieg gab es das bundesdeutsche Wirtschaftswunder auch nur, weil den Menschen Geld in die Hände gegeben wurde, so dass sie kaufen konnten. Nicht für umsonst wurde eine sogenannte soziale Marktwirtschaft entwickelt. Ein griechischer Binnenmarkt, der das Wort BinnenMARKT nicht mehr verdient, wird nie und nimmer ein griechisches Wachstum hervorbringen. 

Sie sagt, dass man nur etwas Richtiges anbieten müsse, damit konsumiert werden kann (ein Irrglaube der Angebotsökonomen). Als Naturwissenschaftlerin müsste ich da laut aufheulen. Die Natur versucht sich immer ins Gleichgewicht zu bringen. Wenn die eine Seite nach oben geht und die andere Seite stetig nach unten, kann nie Gleichgewicht erreicht werden. Und warum sollte denn irgend etwas Richtiges angeboten werden, wenn sich dieses tolle Angebot als Ladenhüter in den Geschäften herumdrückt, weil es sich niemand leisten kann? Das sind ganz einfache Zusammenhänge, die einer Naturwissenschaftlerin eigentlich gegenwärtig sein müssten. Ohne Moos nix los - sagt ganz richtig ein altes Sprichwort.

Sie stellt sich auch hin und umarmt die Banken. Als Naturwissenschaftlerin sollte ich wissen, dass Geld nur - und ausschließlich nur - in der wirklichen Wirtschaft erarbeitet wird. Nur dort werden die Werte geschaffen, denen dann ein Geldwert aufgedrückt wird, ob nun einen berechtigten oder auch nicht. Finanzdienstleistungen sind nur dann Dienstleistungen, wenn sie DIENEN! Das heißt, wenn sie der richtigen Industrie dienen, damit diese sich entwickeln kann. Und da sind wir wieder - Frau Naturwissenschaftlerin - an dem Punkt. Warum sollte die richtige Industrie sich weiterentwickeln in ihrer Gesamtheit? Die Käuferschicht erodiert. Niemand stellt irgendetwas her, was ein anderer nicht abkaufen kann. In den meisten Fällen geht es heute nicht mehr um ein nicht abkaufen wollen, sondern ein nicht abkaufen können.

Finanzdienstleistungen, die nicht dienen, sondern nur virtuell spielen, nicht mal selbst Hand anlegen, sondern MASCHINEN entscheiden lassen - sind keine Dienstleistungen und für niemanden nütze, außer den Spekulanten.

Naturwissenschaftler würden diesen - ich gebe zu vereinfachten - Zusammenhang erkennen.

Und ganz grundlegend: Eine NATURWISSENSCHAFTLERIN stellt sich NIE hin und meint von sich, dass sie allein nur recht habe. Das verträgt sich nicht mit Wissenschaft. Wissenschaft ist immer ein Geben und Nehmen des Wissens und nicht des Geldes. Wirkliche Wissenschaftler versuchen die Thesen anderer, wenn sie meinen, dass die falsch sind, zu entkräften, in dem sie FORSCHEN. Und wenn sie merken, dass sie falsch liegen, werden richtige Wissenschaftler das auch zugeben.

Ich stehe ziemlich allein in Europa und das ist mir egal, weil ich recht habe. Das geht gar nicht. Das ist einer Naturwissenschaftlerin unwürdig. Das ist entgegen aller Wissenschaft. Das ist Rechthaberei, Alterstarrsinn und nicht verstandene Zusammenhänge.

Das ist eine Art von Diktatur gegen alle Europäer. 

Wollen wir das wirklich? 

War nicht gerade solch eine Rechthaberei ein Grund von Kriegen, die Deutschland von Zaum gebrochen hat? 

Wer will mit penetranten Rechthabern, die die Fäustchen ballen und Oberlehrern wirklich etwas zu tun haben? Sind das nicht traurige Gestalten, die wir damals z.B. in der Schule links liegen gelassen haben?

Ist es nicht ein Fremdschämen, wenn man erleben muss, wie die eigene Kanzlerin gegenüber sogenannten befreundeten Staaten auftritt? Will man solche Freunde überhaupt haben? Benötigt man dann noch Feinde, wenn man solche Freunde hat?