Donnerstag, 16. März 2017

Der Sarotti-Mohr

Europa im 19. Jahrhundert. Der Orient ist in aller Munde. Das Bürgertum schwelgt in orientalisch-romantischen Vorstellungen und verklärt den Orient. Die Sinne werden durch das Exotische verführt. Hier das rationale Europa - dort der Harem, die wunderschönen Odalisken, die geheimnisvollen Gerüchte um das Leben in den Palästen, die orientalischen Gerüche, die andere Kleidung - eben alles, was es in Europa nicht gab.

Ich glaube, dass wir wieder im 19. Jahrhundert angekommen sind.

Wir fahren dieses Mal nicht in den Orient. Wir holen uns keine orientalischen Porzellanpüppchen ins Wohnzimmer. Orientalische Gewürze reichen uns heutzutage nicht mehr, nicht der Couscous im Supermarkt, nicht das Harissa in der Tube, nicht Tahine im Glas oder die Kichererbsen in der Tüte. Wenn, dann wollen wir alles, jeden einzelnen Orientalen, damit wir nicht mehr in ein Flugzeug steigen und dorthin düsen müssen - eben rational gedacht - wenn schon, denn schon.

Wenn Europäer etwas haben wollen, dann ganz.

Aus der Betrachtungsweise des 19. Jahrhunderst schwirren heutzutage noch Vorstellungen durch den Raum, wie die wundervollen Düfte in den orientalischen Basaren. In jeder Reisedoku aus der Türkei, Marokko oder eines anderen orientalischen Urlaubslandes werden sie wieder und immer wieder beschworen.

Leider ist die Wirklichkeit eine völlig andere.

Durch die Basare zieht mitnichten ein Duft orientalischer Gewürze. Wenn man die riechen will, muss man schon fast im Gewürzstand stehen. Ansonsten stinkt es mehrheitlich in den Basaren, nach allen Möglichen bis hin zum penetranten Geruch der Insektenvertilgungsmittel, so dass es einen schon manches Mal schlecht werden kann.  Man gehe zu H&M oder einem anderen Textil-Diskounter, um eine schwache Vorstellung davon zu erhalten.

Das Leben in den Harems war für die Damen auch nicht so toll und den Pascha haben die vielen Frauen im Prinzip weniger interessiert. Die meisten Damen waren Faustpfänder.

Auch die Paläste sind nicht ganz so toll. Der hochgelobte Topkapi ist ein ärmlicher Abklatsch der Mogulen-Herrscher-Paläste. Die handwerklichen Arbeiten dort drinnen, wie die Mosaiken, sind mehrheitlich ärmliche Repliken der Mogulen-Paläste. Es gibt im Orient keine begnadeten Hindu-Kunsthandwerker.

Es ist aber leichter an seinen Träumen festzuhalten, an den Düften der Basare, an der tollen Exotik, der Bunheit, der Freude an der anderen Lebensweise, die diese Träumer nicht wirklich kennen. 

Wir befinden uns gerade wieder im Hype des 19. Jahrhunderts - im Orient-Hype.

Schon wie damals hält natürlich die Wirklichkeit nicht das, was man sich einreden möchte. Der Duft wird zum Gestank, man riecht es, aber man will es nicht benennen und redet sich ein, dass der Gestank Duft ist. 

Wie anders ist es zu erklären, dass fast ganz Europa sich im Islamtaumel befindet. Man huldigt einer Religion, die keine Religion ist, sondern eine Ideologie, vergleichbar mit dem Stalinismus, Maoismus, Faschismus, einer Ideologie, die sich immer weiter ausbreiten wird. Letztendlich werden wir in 10, 20 oder 30 Jahren ein Europa der Minarette sein. Ostdeutsche Kommunen stellen schon mit wachsender Begeisterung Land dafür zur Verfügung.

Eine Mehrheit der Niederländer hat sich gerade für mehr Islam ausgesprochen. Sie wollen mehr No-go-Areas, sie wollen mehr Kriminalität, sie wollen mehr an Unfreiheit, getarnt als Demokratie und als Buntheit. Sollen sie. Wie heißt es doch so schön: Wie man sich bettet, so liegt man. Ruttes Wahltaktik ist aufgegangen. Falls es stimmt, was bei n-tv geschrieben stand, hätte er sich bei Erdogan bedankt und entschuldigt. Erdogan ist der große Gewinner der Niederlandwahlen. Aber, das wird den vielen - vor allem jungen Menschen - egal sein. Hauptsache, sie können wieder auf ihre Smartphones schauen und darauf verfolgen, ob nun Ben Affleck seine Alkohol-Entziehungskur erfolgreich über die Bühne bekommt und ob Jennifer Garner bei ihm bleiben wird. Ist ja auch so exotisch wie die Düfte der orientalischen Basare.

Eine Mehrheit will nicht wahrhaben, dass orientalische Menschen nicht so sind, wie in ihren bunten Träumen. Sie wollen nichts mit uns zu tun haben. WIR sind MITTEL zum ZWECK. Dadurch werden wir degradiert, anders gesagt, wir degradieren uns selbst. Köterrasse  dürfen wir folgenlos genannt werden. 

Hier in Deutschland wird es ebenso kommen. Die Menschen werden mit wehenden Fahnen einen Schulz wählen oder wieder eine Merkel - ist im Grunde genommen auch egal. Die selbe Medizin wird uns immer weiter gereicht. Eigentlich ist die Medizin nicht süß, aber bunt, eben schöne Farbe. Eine Mehrheit in Deutschland wird es aber im September genauso wollen. Sie wollen sich selbst erniedrigen, sie wollen die orientalischen Düfte in ihrer Nähe haben und sie auch alimentieren, weil sie eben so etwas Besonderes sind. Sie sind zwar nicht bunt, sondern in der Regel schwarz gekleidet und haben in der Regel ein graues oder weißes Kopftuch, aber wenn uns befohlen wird, das BUNT zu sehen, sehen wir es eben bunt. Ich wette um ein Vermögen - was ich nicht habe, aber ich werde ja auch nicht verlieren - dass die Deutschen ebenso wie die Niederländer und vorher die Österreicher wählen werden. 

Wir befinden uns im Orienthype des 19. Jahrhunderts. 

Wir wollen noch mehr sexuelle Übergriffe, noch mehr No-Go-Areas, noch mehr Verachtung uns gegenüber, noch mehr Kriminalität, noch mehr von der süßen Medizin der Exotik. Hauptsache bunt. 

Nun gut, dann soll es eben so sein. Dann lasst uns im Dreck leben. Dann lasst eben unsere Städte so verloddern, wie arabische Städte es sind. Was soll's. Den meisten Deutschen scheint es genauso zu gefallen, wie den Österreichern, wie den Niederländern. Aber dann darf niemand mehr meckern, über Abfallhaufen, die Ratten anziehen und über das Verschwinden von Schnitzeln aus den Kantinen. Schnitzel sind ja sowieso out. IN ist der Hype um Lebensmittel aus dem Chemiebaukasten, die sich dann vegan nennen. Aber das ist eine andere Geschichte.

Lasst uns wegen eines Orienthypes des 19. Jahrhunderts unsere Demokratie zu Grabe tragen, unseren Lebensstil, unser Deutschland, unser Europa.

Es ist viel wichtiger darüber zu spekulieren, ob nun Ben Affleck mit Jennifer Garner zusammenbleibt oder Jennifer Garner mit Ben Affleck. DAS ist das wirklich wichtige Thema unserer Zeit.